Dean Dawson - Streetlife Report - Cover
Große Ansicht

Dean Dawson Streetlife Report


  • Label: X-Cell/SonyBMG
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

„In einem korruptem Staat mit einer korrupten Republik mit korrupten Repräsentanten in einem korrupten Gebiet“ zu leben bedeutet, dass in den Strassen von Berlin wieder gerappt wird. Genauer gesagt bei Streetlife Records, das Dean Dawson mit DJ Desue und Montana gegründet hat und nun sein erstes Soloalbum abseits der „Specializtz“ veröffentlicht. Mit messerscharfen Lyrics und jeder Menge fetten Beats wartet nun der „Streetlife Report“ in jedem gut sortierten Plattenladen. Und dass die Platte nicht nur von Dean allein getragen wird, war von vornhinein klar, aber dass er es sogar schafft, einen amerikanischen Rapper namens DMX für sein Album zu verpflichten, ist vor ihm noch keinem geglückt. Ansonsten gibt es Gastauftritte von Samy Deluxe, Afrob, Joy Denalane, Autodidakt, Vanessa Mason, D-Flame und Charnell.

Wie man sieht, eine hochexplosive Mischung, die der einstündige Augenzeugenbericht von Dean Dawson aus Deutschlands Hauptstadt zu Tage fördert. Selbst Gelegenheitskäufer des Genres werden von diesem Werk sicher überrascht werden, nicht nur wegen der Reime, sondern auch wegen der Vielfalt der Sounds, die verwendet werden und die Scheibe zu einer runden Sache machen. In „Also was!?!”, einer Kollaboration mit ASD, vernimmt man türkische Klänge, in „Tage des Donners“ gibt es einen Abstecher nach Indien und „Das Verlangen“ ist eine Huldigung an das weibliche Geschlecht, versetzt mit sanften Kaminfeuerklängen.

„Gedisst“ wird natürlich auch („Ein guter Tag zum Sterben“, „HipHop Music“), schließlich muss man auch seine Meinung über die Poplandschaft kundtun, wenn schon die Situation in den Strassen mit allen Facetten beleuchtet werden soll. Persönlich wird es in „Vater Morgana“, wo der Rapper seine Kindheit aufarbeitet, die er nur mit seiner Muter meistern musste, da der andere Elternteil das Weite gesucht hat. Auch wenn sonst das Hauptaugenmerk auf Missstände in Berlin gerichtet werden soll gibt es auch reine Partytracks wie „Gib das Mic ab“, „G.B.Z. Style“, „XXX“ und natürlich „Noch ´n Party Track“.

Nach den unschönen Schlammschlachten einiger deutschen Rapper, die vereinzelt noch stattfinden, gibt es endlich wieder eine Platte, die nicht versucht, besser, größer und tighter zu sein, als die restlichen Genreverwandten, sondern einzig und allein mit ihrer Authentizität und Freude an den Beats und Texten punktet. Das lässt auf einen Wetterumschwung bei den übrigen HipHoppern hoffen, denn anders macht es nun wirklich keinen Spaß.

Anspieltipps:

  • Also Was!?!
  • Tage des Donners
  • Streetlife
  • HipHop Music
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
7/10

Reflexionen Aus Dem Beschönigten Leben
  • 2018    
Diskutiere über „Dean Dawson“
comments powered by Disqus