Spillsbury - 2 - Cover
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Spillsbury 2


  • Label: L'Age d'Or/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Spillsbury sind Tobias Asche (Songwriting, Synthesizer, Bass) und Zoe Meißner (Songwriting, Gesang) und feierten 2003 mit ihrem Debüt „Raus“ gleich einen Achtungserfolg. Der zwingende Mix aus Synthies und Punk-Mentalität fand in der aufkommenden 80´er-Jahre Retrowelle den richtigen Nährboden, auf dem besonders die Single „Die Wahrheit“ als ohrwurmdienlicher Hit glanzvoll erblühte und zu seligen VIVA „Fast Forward“-Zeiten auch für die optische Präsenz eines Musikvideos sorgte. Auf Albumlänge konnte man jedoch eine gewisse Gleichförmigkeit nicht verbergen und sich somit nicht als Langzeit-Dauerbrenner etablieren. Nur gut, dass das Duo im Gespann mit Produzent Chris von Rautenkranz (Tocotronic, Die Sterne, Blumfeld) nun den treffend betitelten Nachfolger „2“ in das Rennen schickt, um dem Vorwurf einer Eintagsfliege gehörig die Luft aus den Segeln zu nehmen. Wesentlich komplexer, vollmundiger und detaillierter im Songwriting begeben sich Spillsbury auf zartgrüne Wiesen, denen so manch´ prachtvolles Pflänzchen wunderbar steht.

Im Opener „Eins, Zwei, Drei“ wird noch dem schwungvollen Erstwerk Tribut gezollt und tanzbar mit einem hohen Rock´n´Roll-Faktor der Synthesizer als einfacher, höchst straighter Motor bedient. Als überraschender Gast rappt Denyo von den Beginnern in „Nein“ charmante Reime, während sich der Sound so langsam in Richtung anspruchsvolle Ausgewogenheit bewegt und einem nicht gleich in das Gesicht springen muss, um zu gefallen. Der Mut zum entspannten Umgang mit zurückhaltenden Beats und bewegenden, persönlichen Lyrics läuft bei „Zwei Von Vielen“ zur Höchstform auf. Es ist Zeit für schwebende Momente der Nachdenklichkeit, um zum Ende des Tracks das Tempo hochzuschrauben und energetisch die grauen Gedanken auf der Tanzfläche abzuschütteln. Zwischen zugänglichen, manchmal jedoch beliebig klingenden Up-Tempo Songs wird z. B. in „Sag Mir“ traumhaft rhythmisch variiert und vielschichtig Sound an Sound gereiht, so dass man einen gewissen Hymnencharakter nicht abstreiten kann und Zoe Meißner höchst harmonische Gesangsleistungen melancholisch direkt in unsere Herzen serviert. Sequencer und old school Keyboardmelodien tönen durchaus mit einem 80´er-Jahre Akzent, wobei sie dennoch frisch an der Oberfläche erscheinen und in Liaison mit Bass/Gitarre betören. „Auf Die Plätze“ lässt kein Bein im ruhigen Zustand verweilen und besticht mit einem Duett von Zoe und Tobias, welches in das von Akustikgitarren umworbene „Common Sense“ mündet und das Album gemütlich ausklingen lässt.

Die Wiesen machen sich wirklich gut mit den dazu gewonnenen Pflanzen, welche sich Abwechslung und ideenvolles Songwriting nennen. „2“ ist größtenteils ein mehr als überzeugendes Album, dass Lust auf den weiteren Schaffensweg von Spillsbury macht und allein schon mit der sympathischen Stimme Zoe Meißners sowie einem kompakten Sound zum Wiederhören einlädt.

Anspieltipps:

  • Sag Mir
  • Common Sense
  • Zwei Von Vielen
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