Fort Minor - The Rising Tied - Cover
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Fort Minor The Rising Tied


  • Label: Machine Shop Recordings/WEA
  • Laufzeit: 52 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Fort Minor – ein neuer Name in der Musikwelt. Dahinter steckt der 28-jährige Mike Shinoda. Shinodas Hauptband ist Linkin Park. Dort ist er als MC für die Raps zuständig und kümmert sich um allen möglichen technischen Kram (Samples, Turntables, Sequenzer, Keyboards, Produktion, etc.). Um sich einmal abseits des Nu-Rap-Rock von Linkin Park austoben zu können, hat er zusammen mit Shawn Carter, alias Jay-Z ein reines HipHop-Album aufgenommen. Soviel zu den Rahmendaten. Dass hinter einem Projekt wie Fort Minor gewiss auch ein wenig Frustration über die eingeschränkten Möglichkeiten bzw. die Flucht aus der Langeweile bei Linkin Park steckt, dürfte klar sein. Auf jeden Fall wird es sehr interessant zu beobachten sein, wie es mit den Megasellern (35 Millionen verkaufte CDs) weitergeht. Bis dahin hat aber Fort Minor vorrang.

Mike Shinoda hat für sein Soloalbum sämtliche Tracks im Alleingang geschrieben. Auch die Instrumentierung und die Produktion gehen fast zu 100% auf seine Kappe. Lediglich Jay-Z wird als Executive Producer geführt (wobei sein Style ab und zu sehr deutlich herauszuhören ist). Dazu kommen mit Styles Of Beyond, Holly Brook, Lupe Fiasco, Jonah Matranga, Common, John Legend, Bobo sowie Kenna und Black Thought von The Roots ein paar Gaststarts. Shinoda achtete bei der Produktion darauf, dass die Tracks nicht zu technisch klangen. Die Sequenzer blieben einfach mal im Schrank. Dafür bestimmen Old-School-Sounds und fette Beats das Geschehen auf „The Rising Tied“. Daraus ergab sich ein sehr spontanes Album, das nur minimal mit Streicher-Arrangements von David Campbell (Bon Jovi, Sheryl Crow, Robbie Williams, Beck) getunt wurde, um den Klang abzurunden.

Doch Mike Shinoda verstrickt sich nicht in krampfhaften Old-School-Anbiederungen und Pseudo-Street-Credibility. Mal montiert er ein fluffiges Pianolick in „High road“, oder beweist sein Händchen für eingängige Tunes. Denn dass Tracks wie „Where’d you go” mit Holly Brook und Jonah Matranga und „Believe me“ mit Bobo und Styles Of Beyond, zugleich die erste Singleauskopplung, Hits werden, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Auch seine Texte haben einen gewissen Tiefgang. Das zeigt z.B. „Kenji“. Darin geht es um die in den USA internierten Japaner im zweiten Weltkrieg. Shinoda, dessen Familie selbst von der Kriegsstimmung in den 40ern betroffen war, nahm die Stimmen seiner Tante und seines Vaters für den Song auf und malt ein düsteres Bild von jenen, die alles verloren, weil sie in sogenannte „Relocation Camps“ gesperrt wurden.

„The Rising Tied“ ist ein geglückter Ausflug vom Linkin-Park-Tagesgeschäft. Das Album ist zu keiner Zeit langweilig oder eintönig. Wie schon auf „Collision Course” (2004) erweist sich die Zusammenarbeit mit Jay-Z als goldrichtig. Da heißt es zugreifen!

Anspieltipps:

  • Petrified
  • Back home
  • Believe me
  • Where’d you go
  • Remember the name
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