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Diverse SZ Diskothek: 1964


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Februar 1964 jubelte Amerika: John, Paul, George und Ringo waren endlich da! Das Land lag seit der Ermordung von Präsident John F. Kennedy im November 1963 im Trauerkoma. Dann erschienen die Beatles auf der Bildfläche und erlösten die amerikanische Jugend aus ihrem Trauma. Was so schön klingt, traf natürlich nicht auf alle zu. Neben dem Pop der Beatles gab es weiterhin Folk, Country, Blues und Rock’n’Roll. Stile, die die Jugend ebenso faszinierten. Dennoch erreichten die Beatles landesweite Anerkennung.

In der DDR konnte man von solcher Musik nur heimlich träumen. Die Jugend trug blaue FDJ-Hemden und wurde gleichgeschaltet. In der BRD reiste dagegen der millionste Gastarbeiter ein. Im Fernsehen startet das Dritte Programm, Jean-Paul Sartre lehnte den Literatur Nobelpreis ab und Gustav „Bubi“ Scholz wurde Box-Europameister im Halbschwergewicht. In der Malerei übernahm eine neue Kunstform das Ruder. Bilder von Mel Ramos, Robert Indiana, Roy Lichtenstein und Andy Warhol wurden Kult. Am 12. Juli wurde Nelson Mandela zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Fundstück der ´64er Ausgabe der SZ-Diskothek befasst sich mit der Ankunft der Beatles in New York (zuerst erschienen in der Saturday Evening Post), während die 20 Tracks der beigefügten CD einen bunten Reigen des Musikjahres 1964 reflektieren. Marvin Gaye fleht „Baby don’t you do it“, die High Numbers kombinieren Blues-Harmonika mit Honky-Tonk-Piano und dezent phrasierender Gitarre („I’m the face”), die Rivieras begeistern sich an der „California sun“, Solomon Burke liefert den Kultsong „Everybody needs somebody to love“ ab, die Premiers huldigen auf ihrem einzigen Album „Farmer John“ und O.V. Wright erreicht mit „That’s how strong my love is“ tiefgehendste Soul-Emotionen.

Keith Richards und Mick Jagger (The Rolling Stones) schreiben mit „As tears go by“ einen ihrer ersten eigenen Songs – für Marianne Faithful, dem „Engel mit den dicken Titten“ (Manager Andrew Loog Oldham). Der sieben Jahre alte Track „My boy lollipop“ wird dank Millie zum Welterfolg. Die Supremes hassen den Song. Er ist zu infantil, zu mädchenhaft. Doch er wird zur Motown-Legende: „Where did our love go“. Otis Redding möchte nur noch „Mr. Pitiful” genannt werden und die DDR-Combo Sputniks soll den Jugendlichen suggerieren, dass es auch hinter dem Eisernen Vorhang Beatmusik und Rock’n’Roll gibt. Na ja... Wie es tatsächlich geht, zeigen die Drifters („Under the boardwalk“) und die Four Tops („Baby I need your loving“), die diese sehr gelungene CD abrunden.

Anspieltipps:

  • Roy Orbison – Oh, pretty woman
  • The High Numbers – I’m the face
  • The Drifters – Under the boardwalk
  • Getz/Gilberto – The girl from Ipanema
  • Irma Thomas – Wish someone would care
  • Solomon Burke – Everybody needs somebody to love
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