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Diverse SZ Diskothek: 1977


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 80 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Jahr 1977 wird von Punkrock und Discomusik bestimmt. In den Charts geben aber andere den Ton an. Softrocker wie die Eagles oder Fleetwood Mac verkaufen sich dumm und dämlich. Mittelpunkt der Szene war nicht mehr das Hippie-Mekka San Francisco, sondern Los Angeles, wo eine Flut von Erfolgsalben entstand. Linda Ronstadt, Jackson Browne, J.D. Souther, Randy Newman, Ry Cooder, Bonnie Raitt oder Andrew Gold schwammen auf einer Erfolgswelle. Die größten Abräumer waren allerdings Fleetwood Mac, die als britische Bluesband begann. 1974 zog die Band nach Kalifornien, nahm das Singer/Songwriter-Pärchen Stevie Nicks und Lindsey Buckingham auf und spielte gemeinsam das Album „Fleetwood Mac“ ein, das sich über drei Millionen Mal verkaufte. Warum wusste keiner so recht...

Irgendwie schien der Sound dem neuen AOR-Radioformat zu entsprechen. Die Musik war nett, freundlich und emotional nicht sonderlich intensiv; sie forderte keine Aufmerksamkeit und wirkte beruhigend. Bei der Hippiegeneration war die Weltverbesserung abgehakt. Es galt Geld zu verdienen und das Leben zu genießen. Fleetwood Mac lieferten 1977 mit „Rumors“ den perfekten Soundtrack zu dem neuen Lebensgefühl. Das Album stand sechs Monate an der Spitze der US-Charts und verkaufte sich allein im ersten Jahr zehn Millionen Mal. Heute liegt die Zahl bei etwa 25 Millionen Einheiten. „Hotel California“ (25.12.1976) und „Greatest Hits“ von den Eagles wirkten auf dieselbe Weise. Allein die „Greatest Hits“-Platte hat sich bis dato 28 Millionen Mal verkauft. Dabei rüttelte bereits so manche Punkkapelle am Thron der diversen Softrocker, während ABBA die Charts dominieren.

Am 16. August stirbt der „King of Rock“ Elvis Presley in seinem Haus „Graceland“ in Memphis. Der Schauspieler Manfred Krug reist am 20. Juni aus der DDR aus und in deutschen Postämtern und Amtsstuben werden unzählige RAF-Fahndungsplakate ausgehängt. Am 5. September entführt die RAF den Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und erschießt seine vier Begleiter. Im Februar erscheint das Frauenmagazin Emma („eine Zeitschrift für Frauen von Frauen“) und in Paris wird das Kunstmuseum Centre Georges Pompidou eröffnet.

Musikalisch versorgt uns die randvolle SZ-Diskothek-CD mit Songs von Elvis Costello („The angels wanna wear my red shoes“), Cheap Trick winseln ihren Klassiker „I want you to want me“, Donna Summer ist die Disco-Queen („I feel love“), Michael Franks croont „The lady wants to know“ und Earth, Wind & Fire geben den „Jupiter“-Funk. Die deutschen Elektro-Jazzer von Can propagieren „Sunshine day and night“ und die Commodores untermauern ihren Status als eine der erfolgreichsten Soulbands mit dem All-Time-Klassiker „Easy“.

Anspieltipps:

  • Television – Friction
  • Jimmy Buffett – Margaritaville
  • James Taylor – Bartender’s blues
  • Cheap Trick – I want you to want me
  • Richard Hell & The Voidoids – Blank generation
  • Zur SZ-Diskothek

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