Sono - Off - Cover
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Sono Off


  • Label: Pias/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als erste deutsche Interpreten überhaupt schafften Sono mit ihrer ersten Single „Keep Control“ im Jahr 2001 das Kunststück, in den U.S.A. mit besagtem Track zum Hit des Jahres gekürt zu werden. Ganze sechs Wochen hielt sich die Single in den amerikanischen Billboard-Dance-Charts, wobei die Reaktionen aus dem Heimatland des Trios etwas verhaltener waren und dennoch konnten Sono einen nachhallenden Überraschungserfolg landen. Die Hamburger veröffentlichen ihr Debüt „Solid State“, erhalten Remix-Aufträge von Fisherspooner, Rammstein sowie Timo Maas und sind fortan kaum aufzuhalten, möchte man meinen. Doch der bereits fertige Nachfolger „Off“ kann aufgrund von Streitigkeiten mit ihrem Ex-Label Polydor nicht veröffentlicht werden. Es vergeht Monat um Monat, in denen die Fans zu ihnen halten und nichts sehnlicher erwarten, als den Release von oben genanntem Werk. Zum Glück erkennt Pias Recordings das Potenzial der Nordlichter und nimmt sich ihrer an. Vorhang auf, für den inzwischen verloren geglaubten Longplayer „Off“!

Atmosphärisch verdichtet starten Lennart A. Salomon, Florian Sikorski und Martin Weiland mit träumerischen Beats, zarten Synth-Flächen und einer zum elektronischen Fundament addierten Akustikgitarre, die wie ein Loop erscheint. Doch so richtig zündet es erst im nachfolgenden „A New Cage“, welches als Single ausgekoppelt wurde und groovy Beats im Gepäck hat. Obwohl höchst eingängig und bestens als Ohrwurm geeignet, ertönt der Song angenehm zurückgenommen. Stilvoll lässt man dem Hörer Zeit, in den Track zu wachsen und so schnell nicht mehr von ihm loszukommen. Riffs einer E-Gitarre kündigen „Dangerous“ an und weichen vorerst nicht den rhythmisch attraktiven Beats inkl. kleinerer Soundspielereien. Lennart A. Salomon setzt mit seiner hier wunderbar zur Geltung kommenden Stimme im melancholischen Stil ein unübersehbares Ausrufezeichen. Eher im poppigen Vocal-House ist „Open The Door“ angesiedelt. Zwischen sehnsuchtsvollen Breaks, in den die Gitarre zeitweise die Vorherrschaft übernimmt, pulsieren Synthesizer, die so manch´ psychedelischen Effekt erzeugen und die Tanzflächen erobern. Die Platte setzt sich mit der Mischung aus tiefgehendem House, der stark in Richtung Synth-Pop schielt und ruhigen, sanftmütigen Elementen fort. So lädt „I Know“ zu graziösen Bewegungen ein, schwebt ein seelenvolles „Disappeared“ im Gewand eines Traumes und trumpft das abschließende „Where Are You Now“ mit entspannten Breakbeats auf.

Ein ansteckender Electro-Cocktail ist dieses Album geworden. Schluck für Schluck erschließt sich einem die Stilbreite von Sono, die zielgerichtet erneut House, Synth Pop und genrelose, melancholische Wohltaten in ihrem unverkennbaren Kosmos verarbeiten. Das Songwriting orientiert sich mehr an der Gitarre und verschafft „Off“ vielleicht gerade deswegen seine ganz eigene Note. Obwohl die Elektronik nach wie vor prägend ist, bietet die CD auch für Gitarren-Passionisten einen tollen Einstieg in die farbenfrohe Welt der individuellen Elektronik-Landschaften.

Anspieltipps:

  • A New Cage
  • Miles Away
  • I Know
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