Massive Töne - Zurück In Die Zukunft - Cover
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Massive Töne Zurück In Die Zukunft


  • Label: EastWest/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Jahre nach ihrem letzen Album „MT3“, steht ab Mitte Oktober mit „Zurück in die Zukunft“ das neueste Werk der drei sympathischen Stuttgarter von den Massiven Tönen in den Läden. Doch leider muss man beim Hören feststellen, dass die Qualitätskurve der Jungs weiter in den Keller rauscht.

In einer vom Gansterrap beherrschten Deutschen HipHop-Landschaft, tut es zuweilen richtig gut, wenn man mal wieder etwas von den alten Hasen des Business zu hören bekommt. Doch so manchen eingefleischten HipHop-Head wird es beim Hören des neuen Albums „Zurück in die Zukunft“ der drei Stuttgarter Urgesteine Schowi, Ju und DJ 5ter Ton die Tränen in die Augen treiben – allerdings nicht vor Freude wohlgemerkt.

Zwar werden musikalisch weiterhin die für Benztown typischen sonnigen und groovigen Beats aufgefahren, was jedoch textlich geboten wird, ist fast schon eine Frechheit. Reime wie „Rollin’, rollin’, rollin’, wir burn’ dich wie’n Rohling“ oder „Gib Gummi wie Condomi“ sprechen für sich. Auch Textpassagen der Marke „Mach den Döner warm, komm mach ihn heiß baby/Scheiß auf die Schönheitsfarm, du bist so nice baby. Bleib wie du bist, die Kalorien machen dich schön/Nimm Mondamin statt Kokain, du bist mein Topmodel!“ in der ersten Singleauskopplung namens „Topmodel“ oder „Keiner begrüßt mich, keiner mag mich/Hab’ echt Bock auf diesen Job. Hab’ wieder Dünnschiss, renn aufs Klo und drop it like it’s hot“ sowie „Man es ist jeden Tag das gleiche: ich komm gerade vom Kacken/Auf meinem Schreibtisch wartet wieder mal ein Stapel mit Akten“ im Song „Mein Job“, heben die Qualität des Albums nicht gerade an.

Für die Massiven Töne, die es schon seit 14 Jahren gibt, und die seit 1995 im deutschen HipHop-Geschäft mitmischen, ist so etwas mehr als zuwenig – gerade wenn man sich satte drei Jahre für das Album Zeit nimmt. Einzig für die Ansage in Richtung Ghetto-Proleten im Song „Bumerang“ ist ein kleines Lob angebracht. Ansonsten fragt man sich: Wo ist die einstige Klasse geblieben, die sich in den Songs „Chartbreaker“ oder „Rapgame“ des 99er Albums „Überfall“ widerspiegelte?

Es scheint so, als hätte sie Wasi damals mitgenommen, als er die Band verließ. Hinsichtlich „Zurück in die Zukunft“ bleibt letztlich nur noch eins zu sagen: War’s Pech? War’s Glück? Oder Verarschung am Stück?

Anspieltipps:

  • Bumerang
  • Mach’n Move - feat. Fatman Scoop
  • Auf Dich Ist Verlass - feat. Laura López Castro
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