Echophonic - Echophonic - Cover
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Echophonic Echophonic


  • Label: Silberfisch Records
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gehört schon eine große Portion Selbstvertrauen und Mut dazu, wenn man, gerade in Österreich, nicht auf einen Plattendeal eines Multikonzerns einsteigt, sondern ein eigenes Label namens „Silberfisch Records“ gründet. So geschehen im Falle Echophonic. Dazu zählen die Wiener Tina Böhsner (Gesang, Bass), Alexander Eggerth (Gesang, Gitarre), Richard Kromp (Gitarre, Orgel) und Christoph Dissmann (Schlagzeug, Perkussion). Freilich wurde der Vierer nicht sofort nach Zusammenschluss zu einem „Hypophthalmichthys molitrix“, sondern waren vorerst noch unter „Wurdelak“ unterwegs und nachdem man alles andere als erfolgreiche Verkäufe ihrer ersten EP feststellte und man dies auf den Namen zurückführte, nannten sie sich ab 1998 Echophonic. Das Album „Hotel Underwater“ erscheint auf einem kleinen Indie-Label in Österreich, Deutschland und der Schweiz und vor allem das darauf befindliche „Hey You“ sorgt auf einigen Radiosendern für Dauerrotation. Ausgiebiges Touren häuft die Fangemeinde an, die einen nächsten Longplayer sehnlichst erwartet. Zwischenzeitlich werden alle Majordeals aufgrund von Unstimmigkeiten abgelehnt und es kommt zur Gründung von „Silberfisch Records“. Als Appetizer kommt das Kurzalbum „Navigator“ 2001 mit 1.111 Stück limitiert auf den Markt und ist binnen weniger Wochen vergriffen. Man steht mit Slut im Alpenland auf der Bühne und arbeitet fleißig an einem neuen Werk, das 2003 als „Colours Going Blind“ die Musikläden entert. Zwei Jahre später heißt es nun Rückbesinnung auf die Stärken und manch seichte Popattitüden vergangener Songs werden mit dem selbstbetitelten „Echophonic“ über Bord geworfen.

Zaghaft beginnt der Opener „Out Of Control“ mit dezentem Bassspiel, einer Keyboardmelodie und Böhsners stellenweise an Shirley Manson (Garbage) erinnernden Gesang. Kurz vor der 2-Minuten Marke gibt es dann einen ersten Ausbruch der Instrumente und Fans des Wiener Quartetts fühlen sich an eines der letzten Konzerte zurückversetzt und man ist erstaunt wie druckvoll die Umsetzung auf den Tonträger gelungen ist. Danach ist die erste Singleauskoppelung „Okay“ am Start und lehrt uns das man besser nicht lügen sollte wenn man die Echos als Freunde behalten will. Und ja, ungelogen, mit „Heart Like An Ocean“ ist ihnen wohl eines ihrer homogensten Stücke gelungen. Der Gesang paart sich mit den durchgehenden Gitarrenlicks und verzaubert den Hörer regelrecht. Bevor man anfängt den Song in Superlativen zu beschreiben, beginnt „Romyesk Belief“, das ebenfalls einen der gelungensten Tracks der Wiener darstellt. „In Me“ ist dann ein zarter, gemäßigter Midtemposong, der auch vor gelegentlichen Klangeskapaden nicht zurückschreckt und den Gesamteindruck der Platte weiterhin auf „beeindruckend“ halten lässt. Als Nummer sechs folgt dann „She´s Got An Army“ mit Handclaps und verzweifeltem Gesang, dass man am liebsten die Cd aus dem Spieler nehmen und trösten will und fürwahr, man hätte sich das etwas lahme „Prés De Moi“ und etwas behäbige „Hardest Time To Lose“ erspart, aber der wiederum grandiose Endspurt wäre einem entgangen. „I don´t care if you´re happy / I don´t care if you´re sad“ ist dann anscheinend in „Heal Yourself“ die Rechtfertigung für die vorangegangenen schwächeren Songs und ob man sich das letzte Stück zu Gemüte führt bleibt „Your Decision“. Ein wohlklingender Abschluss ist dem Quartett damit auf jeden Fall gelungen.

Der große nationenübergreifende Erfolg, abgesehen von durchgehender Radiopräsenz, blieb Echophonic bisher verwehrt. Mit diesem starken dritten Longplayer haben sie jedoch einen glitzernden Mosaikstein geschaffen, der wunderbar in das restliche Konzept passt und weitere Türen öffnen sollte. Ein längerer Aufenthalt in den Charts wäre schon einmal ein Anfang.

Anspieltipps:

  • Heal Yourself
  • Heart Like An Ocean
  • In Me
  • Romyesk Belief
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