Eminem - Curtain Call - Cover
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Eminem Curtain Call


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Großartige Texte, musikalische Vielfalt und immer wieder tolle Videos zeichnen ihn aus – bis heute.

Nun also auch er: Eminem veröffentlicht pünktlich zum Dezemberanfang sein „Best Of“-Album „Curtain Call“. Gerüchten zufolge soll dieses ja sein letztes Album sein. Von der Reihenfolge her wäre dies nur logisch. Die Alben „The Eminem Show“ und „Encore“ (was ja übersetzt „Zugabe“ heißt) deuteten schon in diese Richtung. Nun also der „letzte Vorhang“ plus einer Single, die auch noch „When I´ m gone“ heißt und seinen Abgang bzw. seine Hinwendung zur Familie und Abwendung von der Bühne offenbart.

Das letzte Album hatte ja schon wenig Biss, und auch davor war Eminem nicht mehr der Possenreißer/böse Junge, der er einmal war. Der „Gangsta Rapper“ verdeutlichte immer wieder seinen Lebensschwerpunkt: Frau und Kind. Schön für ihn – für die Zuhörer eher langweilig. Wiederholte er sich doch textlich in den letzten Jahren und auch seine Alben hatten zusehends mehr Hänger und ähnelten sich im Aufbau und im Inhalt. Immer wieder das „Guess who´s back ..:“ – natürlich, jeder Künstler sampelt sich selbst, aber doch nicht als einzige Alternative? Dennoch ist Eminem natürlich einer der besten amerikanischen Rapper der letzten Jahre. Großartige Texte, musikalische Vielfalt und immer wieder tolle Videos zeichnen ihn aus – bis heute.

Und so weißt das Album einige musikalische Höhepunkte des Künstlers auf: allen voran das Oscar-nominierte „Lose yourself“, den Weihnachtshit 2000 „Stan“ (die Live-Version sogar mit Elton John gesungen) und „Guilty conscience“ im Duett mit Dr. Dre. Alle Hit-Singles sind vertreten und versetzen bestimmt jeden, der sich nicht weiter mit Eminem auseinandersetzen will, in Verzücken. Alle anderen werden bemängeln, dass ein „Best Of“ von Eminem, welches nur gefüllt ist mit seinen mainstreamtauglichen Liedern, kein vollständiges Bild von ihm zeichnet. Was fehlt? Das politisch motivierte „Mosh“! Wichtig und viel zu selten gespielt! Und irgendwie die Lieder, die ihn berühmt machten – mag man sich darüber streiten, aber „Bonnie und Clyde“, „Kim“,…etc. haben Eminem zu dem gemacht, was er heute ist.

Sein musikalischer Wandel in den letzten Jahren, mache ihn zu einem Künstler, der nicht mehr wirklich in der Lage war, Hits zu produzieren. Das letzte Album „Encore“ bewies schon, in welche Richtung der Rapper sich bewegt: Hin zu langen Vorträgen (bestes Beispiel: „Mockingbird“) in denen er sehr lange schwadronierte und philosophierte – und irgendwie immer über dieselben Themen. So eben auch in seinem neuen Lied „When I am Gone“. Seine Ideen sind ihm ausgegangen und er macht es richtig – er geht, bevor es zu spät ist.

Anspieltipps:

  • Stan
  • My name is
  • Real Slim Shady
  • Cleanin' out My Closet
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