Pussycat Dolls - PCD - Cover
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Pussycat Dolls PCD


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Sechs Mädels, die sich selber Pussycat Dolls nennen und auf ihrem Debüt schon Gastauftritte von Timbaland, Busta Rhymes und Will.I.Am (Black Eyed Peas) aufweisen können? Das schreit doch direkt nach gecastet, aufgesetzt und durch und durch langweilig. Die Plattenfirma hat sich aber schon gerüstet und kämpft mit einem ellenlangen Infotext und den Lebensläufen der Damen gegen die Unglaubwürdigkeit des Sextetts an. Das führt schon mal zu Entzücken seitens des Rezensenten, hat man schließlich nicht darauf verzichtet, kleine Bemerkungen anzuführen, die erst recht wieder darauf verweisen, dass das Debüt dieser Sing- und Tanztruppe genauso vergessenswert scheint, wie alle Preluders und Nu Pagadis zusammen.

So erfährt man, dass alle singen, tanzen und mitunter auch schauspielern können und sich schon mehrmals im Leben bewiesen haben. Außerdem dürfen sie Christina Aguilera, Johnny Depp und andere Celebrities wegen ihrer Bühnenshow, die sie anfangs mit großem Erfolg im Viper Room oder Caesar´s Palace performten, zu ihren Fans zählen. Es wird aber auch deutlich, dass die um die Pussycat Dolls buhlenden Plattenfirmen das Talent der Girls unverhohlen „versilbern“ wollen. Daran ist ja weiter nichts Schlimmes, dennoch die Zeile „einer der besagten Anwerber war Jimmy Iovine (A&M Records), der sie noch hipper und größer machen wollte als sie es so oder so schon waren“, lässt einen musikkundigen Menschen heftigst aufstoßen, wenn er solche Sätze einem Text entnimmt, der für die Scheibe nicht die Attribute „beliebig“, „massentauglich“ oder „kommerziell produziert“ unterstellen soll. In weiterer Folge lesen sich die Biographien allesamt wie Märchen, was wohl den Leitspruch „In jeder Frau steckt eine Pussycat Doll“ unterstreichen soll, damit Frida Fett und Cindy Zahnspange davon träumen können, sich einmal wie im Video zur ersten Single von Busta Rhymes ungeniert auf diverse Körperteile glotzen zu lassen.

Kommen wir aber zum eigentlichen Sinn dieser Kritik und die liegt in der Musik. Auf „PCD“ finden sich allerhand chartkompatible R´n´B-Tracks, Dancehallfeger und balladeske Stücke, wie man es sich eben nach einem Titel wie „Don´t cha“ erwartet hätte. Wem besagter Song schon nach dem ersten Mal zum Gähnen brachte, sollte sich „Beep“, „I don´t need a man“, „How many times, how many lies“ und die lahme, verpatzte Coverversion von „Hot stuff“ gar nicht erst antun. Vielmehr sollte man sein Augenmerk auf das swingende „Right now“, das stampfende und extrem tanzbare „Buttons“, das durch Timbaland unterstützte „Wait a minute“ und der passablen Neuinterpretation von „Tainted love“ legen.

Keinesfalls übersprungen werden sollte „Bite the dust“ (eine etwas andere Verwendung des Stückes „Another one bites the dust“ von Queen), dass über die ganze Länge gesanglich wie musikalisch überzeugt und den großen Höhepunkt des Albums darstellt. Über den Rest lässt es sich streiten, unbedingt notwendig war zum Beispiel die langatmige Fassung von „Feelin´ good“ (zuletzt von Muse schmerzvoll auf „Origin Of Symmetry“ vorgetragen) keinesfalls.

Letzten Endes wird es sich für jeden Musikliebhaber ähnlich darstellen: Ein Muss ist die Platte nicht, dafür ist die Ausbeute bei 13 Songs, bei denen fast die Hälfte Covers sind, und diese unterm Strich am besten gefallen, äußerst gering. Für die nächste Party oder als Hintergrundbeschallung für einen Brettspielabend ist „PCD“ allemal zu gebrauchen.

Anspieltipps:

  • Buttons
  • Bites the dust
  • Tainted Love / Where did our love go
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