London Elektricity - Power Ballads - Cover
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London Elektricity Power Ballads


  • Label: Hospital/Groove Attack
  • Laufzeit: 65 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Jeder mag Eis. Na ja, fast jeder. In der Eisdiele um die Ecke gibt es seit mehreren Jahren Sorten, von denen man bis dato nichts gehört hat. Schließlich muss man sich im Geschäft mit dem kalten Genussmittel auch weiterbilden und neue Märkte erschließen. Manche haben sicher einmal eine kleine Eismaschine bedient und wissen, was man so braucht, um diese Köstlichkeit selber zu machen. Dass das im normalen Handel natürlich mit 1,50 Meter hohen Zentrifugen und in fertiger Weise mehr als nur 1 - 2 Kilo ergibt, kann man sich denken. Was man aber hier und da braucht, ist so etwas wie eine Grundmasse, die immer gleich bleibt und die Basis für jede einzelne Sorte bildet. Jetzt fragt man sich sicher, was das mit dem neuen Album von London Elektricity zu tun hat.

Nun ja, auch beim Drum and Bass, den die britische Band praktiziert, benötigt man für den Aufbau eines Tracks eine Art Grundmasse, die bei diesem Genre aus schnellerem Drumming besteht. Ohne Schlagzeug geht da gar nichts. Das weiß auch Tony Coleman (Bass, Keyboards, Gitarre), seines Zeichens Mitbegründer der Formation, zusammen mit Chris Goss (Turntables) und dem Programmierer und Produzenten Tim Land. Deshalb machen sich die Drei auf die Suche nach einem Schlagzeuger, der auch live spielen möchte ohne nach ein paar Gigs gleich wieder das Handtuch zu werfen, denn als Drummer in diesem Genre hat man es keinesfalls leicht. Er wird bei Chris Polglase, auch unter The Jungle Drummer bekannt, fündig und der Kerl stellt sich als wahres Talent heraus, gilt auch nicht umsonst als „one of the best drummers in the UK“.

Die weiteren Zutaten um einen ordentlich eingängigen und keineswegs langweiligen D&B-Track zu entwerfen, bestehen in einer Mischung aus jazzartigem Ensemble und elektronischen Beats. Richtig vermengt, ergab sich daraus das Debüt „Pull The Plug“. Nun ist Output Nummer drei am Start und erstaunt nach mehreren Durchläufen den Hörer aufs Neue. Coleman schafft es gezielt, Streicher und Gesang einzusetzen und konzipiert damit einen würdigen Nachfolger für „Billion Dollar Gravy“, das zu einem der besten „Drum&Bass“-Alben gezählt werden darf. „Power Ballads“ hat zwar etwas an treibender Schwungkraft und Elan eingebüßt, gehört aber dennoch zu der High Society dieses Genres. „Out of this world“ wird seinem Stellenwert als Auftakt in jeder Sekunde gerecht und auch der Titeltrack macht seinem Namen alle Ehre. Sängerin Lianne Caroll und MC Wrec sorgen für stimmliche Unterstützung in den Songs und harmonieren gelungen mit den Beats.

Alles in allem wird man mit dem neuen Output bestätigt, dass sich Tony Colemans Truppe den Status „begnadet“ ohne weiteres verdient haben und den Hörer unruhig zappelnd auf ein Konzert in seiner Nähe warten lässt. Schließlich weiß man, dass bei London Elektricity die Platten nicht nur live eingespielt werden, sondern das Ganze auch vor Publikum virtuos umgesetzt wird. Bis es soweit ist, kann man sich mit „Pull The Plug“, „Billion Dollar Gravy“ und eben jetzt noch mit „Power Ballads“ trösten.

Anspieltipps:

  • Out Of This World
  • Power Ballad
  • Hanging Rock
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