Sarah Connor - Christmas In My Heart - Cover
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Sarah Connor Christmas In My Heart


  • Label: X-Cell/SonyBMG
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Arrangements zwischen R&B und Pop, verbunden mit neuen englischen Texten für deutsche Weihnachtsklassiker, erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre und führen mitunter zu ungläubigem Staunen.

Vor gar nicht allzu langer Zeit trug es sich zu, dass eine Gesangsaufnahme von „Leise rieselt der Schnee“ eines 19-jährigen Mädchens in die Hände des Produzenten und Label-Besitzers George Glueck fiel. Dieser war davon so angetan, dass er dem Mädchen einen Plattenvertrag gab. Ein paar Jahre später ist die junge Frau Deutschlands erfolgreichste Sängerin im In- und Ausland.

Zuletzt freute sie sich über die fünfte Nummer-1-Single in Folge und über die Heirat mit dem Vater ihres Kindes, die Musik-Deutschland für Wochen in Atem hielt, da das große Fest als Doku-Soap im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Die Rede ist natürlich von Sarah Connor, Delmenhorsts Finest, die kein Dreivierteljahr nach ihrem letzten Album „Naughty But Nice“ schon das nächste Werk vorlegt. Hierbei handelt es sich um ein klassisches Weihnachtsalbum in der Tradition vieler großer US-Stars, für das sich die 25-Jährige nicht nur bekanntem Material wie „Ave Maria“ und „Have yourself a merry little christmas“ angenommen und in neue Gewänder gesteckt hat, sondern mit „A ride in the snow“ und dem Titeltrack „Christmas in my heart” auch zwei Neukompositionen ihrer langjährigen Produzentenpartner Rob Tyger und Kay Denar aufnahm.

Für Puristen sind solche Neuinterpretationen natürlich immer mit Bauchschmerzen verbunden. So hauen Rockmusiker bei „Silent night“ wie bekloppt in die Saiten, Jazzer improvisieren eine halbe Stunde zu „Jingle bells“ und Sarah Connor macht eben aus „Ave Maria“ und „Vom Himmel hoch“ Soulpopnummern. Das ist in aller Regel total kitschig und grundsätzlich ein Drahtseilakt für die Künstler, funktioniert aber im Fall Sarah Connors erstaunlich gut.

Die Arrangements zwischen R&B und Pop, verbunden mit neuen englischen Texten für deutsche Weihnachtsklassiker wie z.B. „Morgen, Kinder wird’s was geben“ („Come together“), erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre und führen mitunter zu ungläubigem Staunen, was sich aus Liedern wie etwa „Süßer die Glocken nie klingen“ („Sweet is the song“) so alles zaubern lässt. Da wird aus Nat King Coles „The christmas song“ ein bassbetonter Groover und der Bing-Crosby-Klassiker „White christmas“ zu einer vollfetten Soulballade.

Für Connor-Fans und Nicht-Puristen ist „Christmas In My Heart“ eine gelungene Einstimmung auf das Weihnachtsfest. Aber am 24.12. müssen doch wieder die Originale ran. Denn „Oh du Fröhliche, oh du Selige“ als pumpender Funk-Groover ist etwas zuviel des Guten.

Anspieltipps:

  • Be thankful
  • Sweet is the song
  • The christmas song
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