Nirvana - Sliver: The Best Of The Box - Cover
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Nirvana Sliver: The Best Of The Box


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 75 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Glaubt da etwa jemand, die Fans seien doof?

Liebe Courtney Love, liebe Plattenfirma: Wie schamlos darf man sich eigentlich der Abzocke hingeben? Musste dieser erneute Ausverkauf wirklich sein? Eigentlich hieß es doch, dass nun sämtliches Material von Nirvana veröffentlicht sei. Und nun das. Drei neue Tracks als Kaufanreiz für eine unverschämte CD namens „Sliver“.

Glaubt da etwa jemand, die Fans seien doof? Denn hier geht es nicht um diejenigen, die sich das große „With The Lights Out“-Box-Set aus dem letzten Jahr nicht leisten konnten/wollten. Es geht einzig und allein darum, die Fans der Grunge-Legende, die sich natürlich alles von ihren Helden besorgen, ein zweites Mal zur Kasse zu bitten. Für Neueinsteiger ist nämlich sowohl die Box als auch diese komprimierte Version nicht geeignet. Diese können sich besser die ebenso überflüssige „Best Of“-CD namens „Nirvana“ aus dem Jahr 2002 zulegen oder gleich zu „Nevermind“ oder „In Utero“ greifen.

Und überhaupt, was heißt hier drei neue Songs? „Spank thru“, ein Demo aus dem Jahr 1985, das Cobain mit dem Nirvana-Vorgänger Fecal Matter aufnahm, ist der einzige Track, der weitgehend unbekannt sein dürfte. Ansonsten handelt es sich bei „Come as you are“ lediglich um eine rumpelnde Rehearsal-Version und das unauffällige „Sappy“-Demo wurde 1990 mit Jack Endino aufgenommen, ist aber schon in anderer Version von „With The Lights Out“ bekannt. Das war’s dann auch schon mit den sogenannten Neuheiten. Was bleibt, sind weitere 19 Tracks aus dem Box-Set, die von der 13-jährigen Frances Bean Cobain und ihrer Mutter Courtney Love ausgesucht wurden.

Betrachtet man die Songauswahl auf „Sliver“ als eine Art Highlight-Sammlung aus den ca. 60 Tracks von „With The Lights Out“, lässt sich mit viel gutem Willen vielleicht noch ein Sinn dieser CD zusammenreimen. Der große Entdeckerspaß ist allerdings nicht mehr gegeben. Außerdem reicht es durchaus, unterirdisch klingende Versionen von „Smells like teen spirit“, „Rape me “ oder „Come as you are“ einmal gehört zu haben. An der Qualität genialer Titel wie „Ain’t it a shame“ und „Old age“ ändert das freilich nichts, sodass die Wertung auch mit Abzügen in der B-Note immer noch gut ausfällt.

Anspieltipps:

  • Old age
  • Rape me
  • Heartbreaker
  • Ain’t it a shame
  • Floyd the barber
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