Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am, That´s What I´m Not - Cover
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Arctic Monkeys Whatever People Say I Am, That´s What I´m Not


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das hier sollte sich mal der schwer überschätzte Pete Doherty anhören!

Es ist schon jetzt der Hype des Jahres. Er kommt (natürlich!) von der britischen Insel, genauer aus Sheffield und heißt Arctic Monkeys. Vier Jahre (seit Weihnachten 2001) spielt die Band zusammen. Hat einen Plattenvertrag bei Domino Records (Franz Ferdinand) und landet gleich mit der ersten Single „I bet you look good on the dancefloor“ auf dem ersten Platz der UK-Charts, während im Internet zahlreiche Demos kursieren. So können die Arctic Monkeys auch ohne Album auf Tour gehen und Hallen ausverkaufen, die jeden Song mitsingen.

Inzwischen schießt sich die internationale Presse mit großen Stories auf Alex Turner (Gesang, Gitarre), Andy Nicholson (Bass), Matt Helders (Drums) und Jamie Cook (Gitarre) – alle zwischen 18 und 20 Jahren alt – ein, die in wenigen Monaten zu den Überfliegern des BritPop aufgestiegen sind. Jetzt kommt endlich das Debütalbum mit dem rattenschwanzartigen Titel „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ in die Läden. Eine Reminiszenz an Bands wie The Strokes, The Jam und The Smiths. Doch reicht das, um aus der Masse aktueller Gitarrenbands aus dem Vereinigten Königreich hervorzustechen?

Die Antwort lautet: Ja! Und das steht im Prinzip schon mit dem Opener „The view from the afternoon“ fest. Die Jünglinge aus Sheffield rocken los wie die Hölle, streifen dabei die frühen Blur, haben aber deutlich mehr Punch als die Lieblings-BritPopper der Gallagher Brüder. Die Gitarrenlicks klingen schräg und widerborstig („Perhaps vampires is a bit strong but...“), Schlagzeug und Bass rumpeln direkt aus der Garage ins Wohnzimmer („When the sun goes down“) und doch gehen die Melodien sofort in Ohren und Beine („I bet you look good on the dancefloor“). Das sollte sich mal der schwer überschätzte Pete Doherty (The Libertines, Babyshambles) anhören!

Das Debüt der Arctic Monkeys ist ein Feuerwerk. Es groovt („Still take you home“), rockt („Fake tales of San Francisco”) und die Herren getrauen sich sogar eine kurze Ballade einzubauen („Riot van“), die ganz überraschend das Tempo aus dem Album nimmt. Danach braucht es tatsächlich zwei, drei Songs, bis die Jungs wieder Gas geben. Doch dadurch wirkt das Album nicht eindimensional. Und mit diesen behutsam eingewobene Ecken und Kanten bleibt die CD bis zum Schluss spannend.

Frisch, frech und unbekümmert galoppiert die Rasselbande aus Sheffield durch 13 Tracks, die sich um die Konkurrenz aus dem eigenen Land nicht kümmern müssen. Sie sind selbst so gut, dass hier ein klarer Anwärter auf die Top 5 der Jahrespolls 2006 empfohlen werden kann.

Anspieltipps:

  • Mardy bum
  • From the Ritz to the rubble
  • The view from the afternoon
  • I bet you look good on the dancefloor
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