Eric Fish - Live: Auge In Auge - Cover
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Eric Fish Live: Auge In Auge


  • Label: BuschFunk
  • Laufzeit: 73 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eric Fish, Sänger der Mittelalterrockband Subway To Sally, betritt mit „Auge In Auge“ ganz bewusst den Solopfad. Das Live-Unplugged-Album wird ohne Bandmitglieder bestritten. Dafür finden sich im Line-Up ein gewisser Rainer und Uwe wieder, wie sie kurz vorgestellt werden. Freunde und Mitarbeiter, welche im Hintergrund von Subway To Sally für Marketing und Bühnenausstattung Sorge tragen. Gemeinsam verbringen die Drei den Abend mit Gitarren, mehrstimmigem Gesang und Mundharmonika.

Vor kleinem Publikum spielen die Herren Eigenkompositionen („Subway To Sally“-Liedgut bleibt außen vor) wie auch Coverversionen und schnacken in kurzen Pausen zwischen den Tracks über die aktuelle Musiklandschaft oder völlig überteuerten Kaffee an Deutschlands Tankstellen. Zwischendurch wird eine Publikumswette veranstaltet. Dem Sieger (oder der Siegerin) wird ein Schluck Whiskey spendiert. Und sollte es er oder ihr zuviel des Guten sein, darf die Flasche auch weitergereicht werden. „Ja, mein Gott, lass kreisen!“, so Herr Fish.

So zwanglos wie sich das Ganze anhört, ist es auch. Eric Fish samt Genossen verbringen einen Abend mit Lagerfeuerromantik, nur ohne brennendes Holz. Und selbst wenn ein Feuerchen flackert, so glimmt es lediglich vor sich hin. Der warme Kakao zieht duftend seine Kreise. Vielleicht auch ein Tee, ein deftiger „Kurzer“ oder ein guter Wein. Jedem so, wie’s beliebt.

„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste hier im Land? Ich kann es wohl nicht sein, wie könnt ich sonst ich selbst noch sein?“. Eric Fish singt, was er liebt. Es sind die kleinen Dinge, die unser Leben bewegen, die in ihrer Ganzheit unseren Tag ausmachen. Das muss erst mal sacken, bevor Fish sich über unsere Musikkultur auslässt. Er philosophiert vom nonverbalen Song (la, la, la), den er in seinem Frust niederschrieb, jedoch nicht ohne einige Zeilen hinzuzufügen. „Anders kann auch bedeuten, sich nicht jedes Mal zu häuten. Wenn der Wind sich einmal dreht, schmerzhaft ins Gesicht Dir weht“. Gesellschaftskritik, dargeboten von einem leidenschaftlich aufspielenden Trio.

„Mitten ins Herz“ hätte der Titel auch lauten können. Furchtbar kitschig, doch was Fish und seine Freunde auf der Bühne veranstalten, geht ohne Herzschmerz vonstatten, dafür mit viel Herzblut. Frei dem Motto: „Lust auf Musik? Also wir hätten da was...“. Dazwischen darf über Coverversionen gestaunt werden, die ihren Originalen in Nichts nachstehen. Zu verdanken ist dies Fishs Stimme, im Verbund mit seinen Begleitmusikern. Anders als auf den „Subway To Sally“-Alben, erklingt der rockende Minnesänger hier weitaus schroffer. Stücke wie „Cathedral“ (Crosby, Stills & Nash) oder „Weeping song“ (Nick Cave) gewinnen eine bemerkenswerte Aura, wenn Uwe und Rainer, welche ein wenig schief singen - folglich nicht jeden Ton treffen - sich zum Chor zusammenschließen. Jeder von ihnen entspricht dem Teilchen, das aus „Auge In Auge“ einen Unplugged-Auftritt der besonderen Art macht. Nicht unerwähnt darf die hervorragende Akustik bleiben. Glasklar ertönt der Saitenschlag jeder eingesetzten Gitarre.

Fazit: „Auge In Auge“ ist ein abendumspannendes Prachtstück geworden. Sobald die nonverbale Hymne ein weiteres mal anschlägt, verführt es die kleine Schar an Zuschauern mitzusingen. Sehr brüderlich, sehr familiär, je später der Abend wird. Dabei wollte Eric Fish nur etwas mit auf den Weg geben. Heraus kam ein randvoll gefülltes Album, bei dem sich jeder Fan in den Hintern beißen darf, der an diesem Abend nicht dabei gewesen ist.

Anspieltipps:

  • Sag's!
  • Partners
  • Cathedral
  • Im Spiegel
  • Anders sein
  • Weeping song
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