Skin - Fake Chemical State - Cover
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Skin Fake Chemical State


  • Label: V2 Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit der Trennung von ihrer Ex-Band Skunk Anansie im Jahr 2000 hat die ehemalige Leadsängerin Skin zwei Soloalben herausgebracht, zuerst ihr Debüt „Fleshwounds“, jetzt präsentiert sie ihr neues Album „Fake Chemical State“. Skin selbst beschreibt ihre neue Scheibe folgendermaßen: „It’s very bright, alive, awake and dirty. It’s very joyous, more outward: like a stroppy little girl with brains demanding attention.“ Sie sieht es als ein sehr persönliches Album, das, wie sie sagt, eine gewisse Form der Suche nach sich selbst enthält. Es geht auch um die Zeit, als sich schwarze Frauen mehr in der Black-Music-Szene bewegten, wie Skin meint, sogar in dieses Genre „hineingetreten“ wurden. Sie aber wollte Rockmusik machen und wurde damit auch ziemlich erfolgreich, nachdem Skunk Anansie in England eine der führenden Rockbands in den 90er Jahren war. Aufgenommen wurde ihr zweites Album vom Strokes-Produzenten Gordon Rapael.

„Alone in my room“ ist zwar grundsätzlich ein stimmiger Song um den Hörer in ein Rockalbum einzustimmen, schade ist allerdings, dass er keineswegs auf Skins Stimme zugeschnitten ist. Es fehlt der Gefühlsreichtum und die Gänsehaut, die wir gewohnt sind, wenn Skin ihre Stimme erhebt. In diesem Sinne geht es auch mit „She's on“ weiter – eigentlich eine gute Rocknummer, der aber das Authentische fehlt. Im Grunde genommen vermittelt sie den Eindruck, dass ihr diese Art zu singen, schwer fällt und nicht liegt. „Movin“ ist stilistisch eine Neuerung, aber durchaus vorteilhaft. Hier hören wir Skin auch wieder, wie wir es gewohnt sind, in einer höheren Stimmlage singen. Sie versucht die Töne weniger aus der Brust herauszupressen. Dazu kommt ein gesundes Maß an Emotion, wie es bei ihr einfach dazugehört. Diese Kriterien berücksichtigt sie auch in „Just let the Sun“. „I feel nothing but joy and pride and happiness/ Nothing but cheerfull face with kindness/ I feel nothing but oceans of love and forgiveness/ For you and your sweet girl“. In „Nothing but“ finden wir eine Form der Melancholie wieder, wie wir sie noch aus Skunk-Anansie-Zeiten kennen, aus Songs wie „Infidelity (only you)“. Er geht gefühlsmäßig nicht ganz so in die Tiefe, nähert sich dem aber ziemlich stark an.

Skin ist seit Beginn ihrer Solokarriere versucht, etwas Neues, Eigenes zu produzieren und doch gewisse stilistische Merkmale aus alten Zeiten beizubehalten. Viele Songs sind nicht schlecht, andere sind wieder ungewöhnlich gut, wirklich miese Songs sind nicht zu hören, sie klingen schlimmstenfalls ein bisschen trivial, verglichen mit den Höhepunkten auf diesem Album, ihrem Solodebüt oder so manchen Skunk-Anansie-Hits. Zu kritisieren ist sicherlich die kurze Spielzeit. 35 Minuten verteilt auf zehn Songs, das klingt wahrlich nicht nach zahlreichen künstlerischen Ergüssen. Das Album könnte getrost länger sein und hätte sich noch ein paar zusätzliche Höhepunkte wie „Movin“ oder „Just let the Sun“ verdient. Trotzdem sind die vorhandenen Songs im Großen und Ganzen doch hörenswert.

Anspieltipps:

  • Movin'
  • Just let the Sun
  • Nothing but
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