Pharrell - In My Mind - Cover
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Pharrell In My Mind


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 64 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„In My Mind“ pendelt zwischen äußerst behäbig und ziemlich einfallslos und bedient sich in seinen besten Momenten bei bereits verwendeten Ideen.

Es war das am sehnsüchtigsten erwartete Album der letzten Jahre und galt als sicherer Top-Seller, bis es nach diversen Terminänderungen ohne Begründung des Labels auf unbestimmte Zeit verschoben wurde: Das Solodebüt „In My Mind“ von Songwritergenie Pharrell Williams, der u.a. Snoop Dogg, Mariah Carey, Justin Timberlake, Britney Spears und Usher reihenweise Hits auf den Leib geschrieben hatte, dabei einen unverkennbaren Style an den Tag legte und damit zwischenzeitlich fast 20 Prozent der amerikanischen Singlecharts für sich in Anspruch nahm.

Dabei war alles generalstabsmäßig geplant. Die erste Singleauskopplung, „Can I have it like that“, sollte im letzten Quartal des Jahres 2005 zum Renner werden. Mit der ohne Ende angesagten Gwen Stefani im Schlepptau kein Problem. Dachte man. Aber der Song zog irgendwie nicht und Virgin Records schien kalte Füße zu bekommen. Die auf den letzten Drücker fürs Weihnachtsgeschäft angedachte Album-Veröffentlichung wurde von Anfang Dezember 2005 auf Anfang Februar 2006 verschoben. Als Ersatz kam im Januar mit „Angel“ die zweite Single in den Handel, die noch schlimmer scheiterte als die erste. Das war das vorläufige Todesurteil für „In My Mind“, mit dem inzwischen Teile der Presse bemustert worden waren, die relativ kühl auf das Werk reagierten. Zudem tauchten die 14 Songs des Albums illegal im Internet auf und förderten ebenso wenig die Euphorie, die indessen von hitziger Erwartung auf Tiefkühlfachtemperaturen gesunken war.

Jetzt wurde das Album relativ überraschend und ohne besondere Werbung mitten im Sommerloch in die Läden gewuchtet. Vertrauen in ein Produkt sieht sicher anders aus. Und das trotz einer geballten Star-Power . Denn neben besagter Gwen Stefani geben sich auf „In My Mind“ mit Pusha T, Nelly, Kanye West, Jay-Z, Snoop Dogg und Slim Thug jede Menge berühmte Gäste die Klinke in die Hand und sagen ihrem Hitschreiber damit dank. Dieser rumpelt in „Can I have it like that“ auf Old-School-Beats durchs Unterholz, nimmt dabei den Faden von Snoop Doggs „Drop it like it’s hot“ auf, während Gwen Stefanis Beitrag auf den Satz „You got it like that“ beschränkt ist, der x-fach wiederholt wird. „Keep it playa“ reitet auf einer Idee von Britney Spears’ „Boys“ herum und „Young girl/I really like you“ hatten wir schon so ähnlich auf Justin Timberlakes Solodebüt. So geht das über eine Stunde. Pharrell fällt nichts Neues ein und wiederholt sich stattdessen. Highlights sind mit der Lupe zu suchen – und werden kaum gefunden. Dabei kann Pharrell eigentlich so gut wie alles. Er verbindet R&B, HipHop, Rap, Funk, Pop und sogar etwas Rock. Doch ohne seinen kongenialen Partner Chad Hugo ist der einen Hälfte der Neptunes offenbar das Gespür für Hits und innovative Sounds abhanden gekommen.

„In My Mind“ pendelt zwischen äußerst behäbig und ziemlich einfallslos und bedient sich in seinen besten Momenten bei bereits verwendeten Ideen. Das ergibt ein sehr schwaches Bild von dem Produzenten und Songschreiber Pharrell Williams. Kein Wunder, dass sein Label das Album mehr oder weniger versteckt. So lässt sich nämlich kein Blumentopf holen. Ein ganz große Enttäuschung nach alldem Brimborium.

Anspieltipps:

  • Baby
  • Angel
  • Keep it playa
  • Can I have it like that
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