Hell Is For Heroes - Transmit Disrupt - Cover
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Hell Is For Heroes Transmit Disrupt


  • Label: Burning Heart/SPV
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben: Brite zu sein, ist wieder richtig hip. Nein, warmes Bier ist immer noch ziemlich eklig, Fish and Chips sind immer noch fetttriefende Fischabfälle, die niemandem wirklich schmecken können und Pfefferminzsoße bleibt am besten ganz unkommentiert. Vielmehr ist von britischer Musik die Rede, die seit geraumer Zeit für eine freudige Erscheinung nach der anderen in der Welt gitarrenlastiger Musik sorgt. Fast alle Acts haben eine ganz eigene Art und Weise, ihre schmackhaften Rockcocktails zu mixen und wirken so eigensinnig, wie Briten nun mal sind. Das macht es nahezu unmöglich, diese Bands in eine Schublade zu stecken. Gut so!

Mit dem Album „Transmit Disrupt“ macht sich nun eine weitere Gruppe daran, ein Plätzchen unter den eigenbrötlerischen Premier-League-Bands zu reservieren. Die Rede ist von dem Londoner Quartett Hell Is For Heroes, das im Prinzip keine Unbekannte mehr darstellt. Ihr Debüt „The Neon Handshake“ wurde in allen Fachmagazinen abgefeiert. Von einer neuen Alternative-Rock-Hoffnung war da die Rede. Und von einem der wichtigsten Alben der britischen Rockgeschichte. Doch weil das Musikbusiness unberechenbar ist, blieb der prophezeite Erfolg aus, was die Jungs im Großen und Ganzen ziemlich kalt ließ. Schließlich haben Hell Is For Heroes schon einige Jahre als Musiker auf dem Buckel und strotzen nur so vor Selbstbewusstsein. Mit dem neuen Lonplayer „Transmit Disrupt“ machen sich Hell Is For Heroes nun auf zur zweiten Runde.

Eines vorweg: Das neue Album braucht man sich in keiner Weise vor dem hochgelobten Vorgänger zu verstecken. Alles, was der geneigte Hörer an „The Neon Handshake“ mochte, befindet sich auch im Sortiment des neuen Silberlings. Musik, die Haken schlägt, Songs, bei denen man am Ball bleiben muss, um nicht den Faden zu verlieren. Fünf oder sechs verschiedene Parts, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, durch intelligentes Songwriting zu einem Ganzen zusammengefügt. Und Riffs, die dem Hörer mit der flachen Hand ins Gesicht schlagen, was daran liegt, „dass wir es lieben zu Riffen“, erklärt Sänger Justin Schlosberg.

Nur eine Sache ist diesmal anders. Es fehlen definitiv die hitverdächtigen Refrains und Gesangspassagen, die „The Neon Handshake“ noch dominierten. Klingt negativ? Ist es aber nicht! Denn bei „Transmit Disrupt“ geschieht etwas, das es sehr selten gibt. Während bei anderen ähnlich gelagerten Bands, Refrains oder Mosh-Passagen die Songs bestimmen, ist es auf „Transmit Disrupt“ die Gesamtheit der Songs und Arrangements, die als Gesamtpaket betrachtet hervorragend funktionieren. Außerdem bedeutet es noch lange nicht, dass Ideenpalette weniger reichlich bestückt ist, nur weil Hell Is For Heroes nicht mehr die typischen Alternative-Hits schreiben. Poppige Melodien, Kinderchöre, 80er-Jahre-Elektrobeats, zig unterschiedliche Parts und die von Fans so geliebten Riffattacken, machen jeden einzelnen Song zu etwas Besonderem.

Fazit: Wer „The Neon Handshake“ mochte, wird „Transmit Disrupt“ mit Sicherheit rauf und runter hören. Den Zweiflern sei gesagt: Nehmt euch Zeit. Der gewisse Kick kommt erst nach einer ganzen Weile. Aber wenn er kommt, dann in voller Wucht.

Anspieltipps:

  • Kamichi
  • Transmit Disrupt
  • Folded Paper Figures
  • Models for the Programme
  • They will catch us Savages
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