Mosquitofactory - Away From The City - Cover
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Mosquitofactory Away From The City


  • Label: Monkey Music/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 69 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Hinter Mosquitofactory steckt das Wiener Soundtüftler-Duo Gregor Nezval und Robert Rehak. So weit, so gewöhnlich. Der Unterschied zu anderen gleichartigen Formationen ist, dass Rehak mit elektronischer Musik so gar nichts am Hut hat und Nezval wiederum mit Instrumenten fernab der Bits und Bytes null anfangen kann. Zusammen ergänzen sie sich aufgrund dieses Umstandes perfekt. Die akustische und elektrische Gitarre, Bass und das Keyboard spielt Robert ein und Gregor ist für die Perkussion, die Beats und das Sampling zuständig. 1999 gab es bereits eine Veröffentlichung mit dem Namen „For The Rooms“, ein Name wie er treffender nicht sein könnte.

Der Klang und das Erlebnis des Sounds von MF ist nicht von kurzweiliger Dauer oder ein langwieriges, zähes Unterfangen, sondern die Stücke breiten sich im Raum aus, verharren dort und schwingen einige Zeit nachdem die CD verklungen ist nach und bieten dadurch eine ganz neue Erfahrung. Die Lobeshymnen zu einzelnen Tracks des Debüts waren derer viele, allerdings ging das komplette Album angesichts der schlechten Aufmachung von Cover und Booklet selten über die Ladentische. Mit dem Wechsel zu Monkey Music gibt es nun nicht nur ein besseres Gesamtbild der neuen Platte, sondern auch professionelle Hilfe von etablierteren Genrekollegen, da „For The Rooms“ gänzlich aus eigenen Mitteln fertig gestellt wurde. Somit kann man z.B. in „Perfect Day“ Louie Austen hinter dem Mikrophon hören und für ein angemessenes Mastering wurde Rudi Ortner vom Radiosender FM4 verpflichtet.

Mosquitofactory will und kann sich musikalisch in keine Schublade pressen lassen, dazu ist das vorhandene Material zu vielseitig. „Still here still there“ beginnt jazzig und wird in späterer Folge mit einem relaxten Clubsound zu einer gemütlichen Angelegenheit. Das längste Stück „Goodnight Gecko“ könnte man problemlos auf jeder etwas alternativ angehauchten Party spielen, ohne das Gesicht zu verlieren und „To the deepest trench“ kann durch die Hip Hop Vocals um den Tanzwütigen eine Verschnaufpause zu gönnen zwischen 50 Cent und Destiny´s Child gemischt werden. Die wirklich großartigen Stücke, die „Away From The City“ vorlegt, sind aber diese, die mit sphärischen Klängen und markanten Melodien versehen unweigerlich an Massive Attack, Moby oder Leftfield erinnern. Da wäre zum einen das träumerische „Looking for a new home“, das durch eine Jethro Tull-Flöte getragene „Sundowner“ oder das durch Streicher verfeinerte „Henry Leiden“. Highlight der Platte ist „Never below zero point five“, das ohne weiteres auf einigen Filmsoundtracks unterkommen könnte und durch einen ruhigen und gelungenen Aufbau beeindruckt, der dann im Mittelteil durch ein Schlagzeug und eine E-Gitarre regelrecht auseinandergenommen wird und den Wiederspielwert bei diesem Stück immens ansteigen lässt.

Mosquitofactory liefert ein perfektes Bündel an abwechslungsreichen Melodien mit „Mitsumm-Faktor“. Die eingestreuten, unterschiedlichen Genres machen „Away From The City“ zu einer Platte, die man auch nach dem zehnten Mal in all ihren Facetten noch nicht erfasst hat. Eine vollkommen stressfreie Produktion, die nach einem harten Arbeitstag ein unkompliziertes Ausklingen des Tages ermöglicht, verstärkt und für Schlafmützen für das Aufstehen in der Früh ebenfalls eingesetzt werden kann.

Anspieltipps:

  • Mesmerize
  • Come Along
  • Looking For A New Home
  • Never Below Zero Point Five
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