Mattafix - Signs Of A Struggle - Cover
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Mattafix Signs Of A Struggle


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Marlon Roudette, geboren auf der Karibikinsel St.Vincent, und Preteesh Hirji, aus Indien stammend, sind das Londoner Duo Mattafix. Marlons Vater ist der bekannte Produzent Cameron McVey, der Neneh Cherry, die Sugababes und die All Saints mit Songmaterial versorgte. Johnny Dollar und Jim Abyss, die beide Neneh Cherry, Sugababes, Youssou N'Dour und Massive Attack zu ihren Kunden zählen, produzierten das Debüt der beiden. Preteesh Hirji ist Tontechniker und Computerfreak und steuert die Rapparts bei. Marlon singt hauptsächlich, aber beide tüfteln gemeinsam an Text und Komposition.

Der karibisch-englische-indische Soundmix besteht aus HipHop, Reggae und Elektronikbeats. Die erste Single „Big city life“ stieg hoch in den Charts ein und zeigt, dass das übliche erfolgreiche HipHop-Gebräu durch eine gute Gesangsstimme und elektronische Spielereien ganz anders klingen, aber doch vertraut sein kann. Auf ihrem ersten Longplayer ist dieses Stück aber fast schon das eingängigste. Durch die überraschende Instrumentierung und wirklich neue Beats wird der Hörer schon zu mehreren Durchläufen angehalten, die sich dann auch lohnen. Die entspannte Grundhaltung und die immer neuen Elemente, die die beiden Tüftler aushecken, lassen keine Langeweile aufkommen.

Der erste Song „Gangster blues“ wird von Marlons heller Stimme getragen und groovt ordentlich. Nach dem starken „Big City Life“ folgt „Passer by“, das auch die typischen HipHop-Drums enthält, aber durch den Gitarreneinsatz und mehrstimmigen Gesang überzeugt. Dann folgt „To & Fro“, welches die Drumbeats und deren Variation stark in den Vordergrund stellt. Die markante helle Stimme von Marlon Roudette ist die zweite Säule und der Rap von Preetesh rundet den Track ab. Nach diesen charttauglichen Songs setzen die beiden Londoner Jungs konsequent ihren Stilmix durch, die Schwachpunkte der CD scheinen nur die beiden letzten Tracks „555“ und „Cool down the pace“ zu sein, die etwas verzichtbar sind. Der vorletzte Song ist ein fast ausschließlich instrumentales Klangexperiment und das letzte Stück schwelgt fast sieben Minuten im karibischen Reggae ohne mitzureißen.

Ein überzeugendes und abwechselungsreiches Debüt ist dieser Longplayer, denn auch Piano- und Gitarreneinsatz können die Künstler in ihrem Sammelsurium der Beats unterbringen. Bei den komplexen aber doch langsam vertrauter werdenden Songs stehen die neue Mischung der Töne doch eher im Vordergrund als die Texte, die meist ihre alltägliche Erlebniswelt behandeln. Die schon sechs Jahre als Produzenten und Tontechniker tätigen Newcomer geben Massive Attack als ihr Vorbild an. Für ihr erklärtes Ziel, zeitlose Musik zu machen, sind diese 14 Songs ein guter Anfang und scheinen ein Schritt in eine erfolgversprechende Zukunft zu sein.

Anspieltipps:

  • I to you
  • Passer By
  • Big City Life
  • The Forgotten
  • Gangster Blues
  • Clear and present danger
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Jellies
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