Soundtrack - Elizabethtown - Cover
Große Ansicht

Soundtrack Elizabethtown


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 59 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Regisseur und Drehbuchschreiber Cameron Crowe zählt zu den großen Meistern seines Fachs. Seine Filme überzeugen durch lebendige Figuren, grandiose Bilder und herausragende Soundtracks. Dieses Talent brachte ihm nicht nur Oscar- und Grammy-Ehren ein, sondern auch mit Gold und Platin dekorierte Alben zu Filmen wie „Jerry Maguire“, „Vanilla Sky“, „Almost Famous“ und „Singles“.

Das aktuelle Projekt Cameron Crowes ist der Film „Elizabethtown“, der neben einer Starbesetzung (u.a. Orlando Bloom, Kirsten Dunst, Susan Sarandon und Jessica Biel) wiederum mit einem stilvoll kompilierten Soundtrack aufwartet. Darauf befinden sich neben bekannten Größen wie Elton John und Tom Petty auch diverse Geheimtipps und Newcomer mit Entwicklungspotenzial.

In der Regel ist es bei Filmmusik üblich, mit jeder Menge Exklusivmaterial zu protzen. Dies ist hier nicht der Fall. Denn es kommt vielmehr darauf an, dass Bild und Musik miteinander harmonieren bzw. der Soundtrack als eigenständiges Medium funktioniert. Bei „Elizabethtown“ ist dies nicht anders. Hier stechen lediglich unveröffentlichte Songs von Tom Petty („Square one“), Lindsey Buckingham („Shut us down“) und das speziell für den Film geschriebene „Where to begin“ der in Europa sträflich unbeachteten Band My Morning Jacket hervor. Doch Obacht: Wer den Film nicht kennt, wird mit einem Album überrascht, das mit äußerst getragenem, atmosphärisch dichtem Songmaterial daherkommt und nicht auf billige Effekte setzt. Das macht „Elizabethtown“ zu keinem leicht konsumierbaren Selbstgänger, den man mal eben so nebenbei mitnimmt.

Der Hörer wird wie im echten Leben gefordert. Es regieren Moll-Töne, Country-Balladen geben den Takt vor und nur selten mischt sich ein kleiner Funken Heiterkeit in die Songsammlung („Jesus was a crossmaker“ – The Hollies, „Same in any language“ – I Nine). Das ist alles in allem vielleicht eine Spur zu depressiv und kurz vor dem K.O.-Label für Gelegenheitshörer namens „schwere Kost“. Doch was Cameron Crowe eventuell etwas leichtfertig als „The Great American Radio Station“ bezeichnet, ist nichts weiter als eine über weite Strecken hochwertige Compilation, für die man sich einfach etwas Zeit und Ruhe nehmen muss, um sie für sich zu entdecken.

Anspieltipps:

  • Tom Petty – Square one
  • Wheat – Don’t I hold you
  • Ryan Adams – Come pick me up
  • Eastmountainsouth – Hard times
  • My Morning Jacket – Where to begin
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Soundtrack“
comments powered by Disqus