Die Happy - Four And More: Unplugged - Cover
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Die Happy Four And More: Unplugged


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 75 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das jüngste Studioalbum „Bitter To Better“ der Ulmer Band Die Happy schoss gleich nach seiner Veröffentlichung am 29. August in die Top 10 der Media Control Album-Charts. Ein schöner Erfolg. Allerdings war die Platte auch verdächtig schnell wieder aus den Top 100 verschwunden (Verlauf: 9, 33, 54, 74, 81). Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die bisherigen Singleauskopplungen „Big big trouble“ und „I am“ nicht wirklich funktioniert und vermutlich nur die echten Fans der Band das Album gekauft haben.

Mit einem Trick reagiert das Label der Ulmer nun auf diesen Umstand. Es bringt nur sechs Wochen später das „Unplugged“-Album „Four & More“ auf den Markt, das zum einen separat, aber auch als „Bitter To Better“ 2-CD-Special-Fan-Edition erscheint. Hierauf werden jetzt auch die beiden Bonus Tracks der Dual-Disc-Edition („Neon“ und „Cancer“) verbraten, was wiederum die Käufer der etwa fünf Euro teueren Dual Disc nicht begeistern dürfte. Aber was soll’s. Diese Aktion bedeutet eh nichts anderes, als dass „Bitter To Better“ wieder in die Charts gezogen werden soll. Und wenn das nicht klappt, wird zumindest das „Unplugged“-Album charten. Geschickt eingefädelt...

Im vergangenen Jahr spielten Die Happy eine komplette Akustik-Tour. Unterstützt von Trompete, Percussion und zwei Akustikgitarren hat das Quartett seinen Songs in bester „MTV Unplugged“-Manier ganz neue Facetten entlockt. Die Setlist umfasst dabei vier Stücke des Debütalbums „Supersonic Speed“ (2000), drei des Zweitwerks „Beautiful Morning“ (2002) und fünf des 2003er Albums „The Weight Of Circumstances“. Dazu kommt mit „Otazky“ (dt. „Fragen“) ein bislang unveröffentlichtes Lied. Dabei handelt es sich um eine Ballade in der Muttersprache von Sängerin Marta Jandova, die aus der Feder ihres Vaters stammt, der selbst Musiker ist.

Die im Original zum Teil sehr rockigen Titel funktionieren in den akustischen Gewändern ausgesprochen gut. Die sonst so stimmgewaltige Frontfrau hält sich zurück, gibt ihren Bandkollegen Raum für mehrstimmigen Gesang oder lässt das Publikum ein ums andere Mal einen entfesselten Chor anstimmen. Dadurch wirken die Songs sehr luftig und entspannt.

Der treibende Rock des Quartetts wird auf diese Weise durch eine gute Portion Funk und Chill-Out-Groove ausgetauscht. Die anfänglich Angst der Musiker vor diesem Akustikexperiment stellt sich jedenfalls als unbegründet heraus. Die Band harmoniert prächtig miteinander, die neuen Arrangements passen sehr gut in die Herbstzeit und lassen unter der rauen Schale der Originale manch unbeachteten Höhepunkt aufblitzen. Sehr fein!

Anspieltipps:

  • Wrong
  • Goodbye
  • Cry for more
  • Not that kind of girl
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