Xavier Naidoo - Telegramm Für X - Cover
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Xavier Naidoo Telegramm Für X


  • Label: Naidoo Records/SPV
  • Laufzeit: 70 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Diese Songs sollten sich auch die Zweifler und Kritiker des Multitalents Xavier Naidoo anhören.

Sabrina Setlur verdanken wir diese CD. Wieso? 1997 ermöglichte sie dem jungen Mannheimer neben ihr „Frei sein“ zu singen und startete damit die Karriere des Künstlers Xavier Naidoo. Mittlerweile kennt kaum noch jemand Sabrina Setlur, aber Xavier hat derartigen Erfolg aufzuweisen, dass die Fans Frau Setlur wirklich dankbar sein dürfen. Xavier Naidoo hat eigentlich „nur“ zwei Live-Alben und zwei Studio-CDs geschaffen, aber das reichte, um sämtliche nationalen Musikpreise einzuheimsen und Verkaufsrekorde aufzustellen. Der auch als Mitglied der Söhne Mannheims erfolgreiche Naidoo besitzt eine eigene Plattenfirma und ist auch die treibende Kraft bei den Brothers Keepers. Seinen diesjährigen Longplayer produzierten mit ihm Michael Herberger von den Söhnen Mannheims und der junge Philipp van Eeckes.

Deutscher HipHop und Soul ist das Steckenpferd von Xavier Naidoo. Seine religiösen, aber auch politischen Texte haben dazu geführt, dass er stark polarisiert. Seine Feinde sagen, er reibt dem Hörer seinen Glauben und seine Meinung dermaßen unter die Nase, dass es schon missionarisch wirkt. Seine Fans sagen, er schafft es, mit seinen Worten religiöse Gefühle zu transportieren und Stimmungen gekonnt verbal auszudrücken. Zugegebenermaßen hebt sich seine sprachliche Eleganz wohltuend von den Ergüssen mancher Möchtegernrapper ab, nur der Inhalt spaltet die Hörer.

Musikalisch bewegt sich die CD mit 14 Songs durch R'n'B-, HipHop- und Soulgefilde. Die Texte und die ausdrucksstarke Stimme von Naidoo spielen sich aber meist in den Vordergrund. Der Opener „Und“ vereint entspannte Beats mit Naidoos stimmlicher Präsenz und hat sicher Hitpotenzial. Das Album wird nie richtig laut und flott, denn es hat andere Qualitäten So zieht die erste Singleauskoppelung „Dieser Weg“ wieder alle Register: eine einfache groovige Melodie, mit viel Gefühl den intelligenten Text singen und auf die Wirkung warten, das scheint das Erfolgsrezept des bekennenden Christen zu sein. Der einzige englischsprachige Song „Oh my Lady“ ist eine sehr ruhige Ballade, die – mit Pianobegleitung – wieder die bekannten Fähigkeiten des Mannheimers, auch ergreifende Liebeslieder zu schreiben, belegt.

„Wo komme ich her“ wird raptechnisch vom Frankfurter Jonesmann und von Pal One unterstützt und bietet reinen HipHop á la Naidoo. „Abgrund“ ist eine Kollaboration mit der jungen Berliner Sängerin Bintia und dem altbekannten Rapper Tone. Außerdem ist auch ein kleines Streichorchester dabei, dass den dramatischen und ernsten Text noch unterstützt. Ein Orchester, Scratches und Rap – Xavier macht so etwas musikalisch möglich. Textlich bedeutet es eine harte Abrechnung mit Politikern und der derzeitigen Lage der Nation. Die zweite und noch bessere Hälfte des Albums wartet sogar mit Gitarren auf („Bist Du aufgewacht“) und zeigt den Variantenreichtum des Musikers, der keine Langeweile aufkommen lässt.

Die 14 Songs sollten sich auch die Zweifler und Kritiker des Multitalents Xavier Naidoo anhören, denn die Überraschung wird groß sein, dass, abgesehen von den umstrittenen Texten, immer wieder neue musikalische Seiten an ihm zum Vorschein kommen.

Anspieltipps:

  • Abgrund
  • Dieser Weg
  • Oh my Lady
  • Zeilen aus Gold
  • Bist Du aufgewacht
  • Du bist wie ein Segen
  • Bist Du am Leben interessiert
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