Adam Green - Jacket Full Of Danger - Cover
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Adam Green Jacket Full Of Danger


  • Label: Rough Trade
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der New Yorker gibt den Crooner mit tiefer, whiskeygetränkter Stimme und grummelt und brummelt sich durch allerlei Extravaganzen.

Adam Green, Darling der deutschen Musikpresse und Liebling der germanischen Indie-Szene. Nirgendwo anders werden seine Platten häufiger gekauft und sind seine Konzerte besser besucht. Der Bursche ist einfach angesagt und bringt deshalb nur 15 Monate nach „Gemstones“ sein neues Album „Jacket Full Of Danger“ auf den Markt. Ja, Adam Green ist ein richtiger kleiner Popstar. Und er schmiedet das Eisen solange und schnell, wie es glüht, damit er keine komischen Aushilfsjob bei Starbucks mehr annehmen muss, wie im vergangenen Jahr der Fall.

Green gibt seinen Hörern auch auf Studioalbum Nummer vier was sie wollen: Verrückt versaute Texte („Hairy women“), delikate Melodien („Cast a shodow“, „Pay the toll“) und eine sympathische Mischung aus Folk, Rock und poppigen Streicherarrangements. Trotzdem zählen die meisten der 15 Tracks auf „Jacket Full Of Danger“ nicht zu den Besten seiner Solokarriere. Nicht dass man sich sattgehört hätte an Greens frivolen Texten („You know I wanna bone you. I wanna make a home with you. I’m gonna get fat. You know I’d get a hat for you too. Fuck, fuck me baby!” aus „White women”, in dem der Gute ganz stark auf Jim Morrison macht) oder die Streichereinlagen plötzlich für überflüssig halten würde. Ganz und gar nicht! Die Tracks sind akkurat komponiert und perfekt aufeinander abgestimmt.

Der New Yorker gibt den Crooner mit tiefer, whiskeygetränkter Stimme („Novotel“), grummelt und brummelt sich durch allerlei Extravaganzen („Party line, „C-Birds“) und trotzdem fehlt den Songs aus irgendeinem Grund die Strahlkraft von „Friends Of Mine“ oder „Gemstones“. Lieder wie „Hollywood bowl“, „Vultures“, „Hey dude“ und „Jolly good“ gehen in dem halbstündigen Husarenritt einfach unter. Nur wenige Stücke fallen wirklich auf und bleiben nachhaltig im Gedächtnis. Da hilft auch kein sechster oder siebter Hördurchgang. Deshalb, auch wenn das Ganze vielleicht etwas zu kritisch klingt, mit „Jacket Full Of Danger“ tritt der 25-Jährige auf der Stelle, wenn auch auf hohem Niveau.

Anspieltipps:

  • C-Birds
  • Pay the toll
  • White women
  • Nat King Cole
  • Cast a shadow
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