My Morning Jacket - Z - Cover
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My Morning Jacket Z


  • Label: Red Ink/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

My Morning Jacket kommen aus Louisville, Kentucky und gaben 1999 mit „The Tennessee Fire“ als 20jährige ein Debüt, welches mit Parallelen zu Neil Young, Jeff Buckley und Van Morrison daherkam. Also nicht gerade das, was man von einer jugendlichen Kombo zu dieser Zeit erwartet hätte. Den am Sound eines Phil Spectors orientierten Longplayer, erschienen auf einem amerikanischen Independent-Label, nahm trotz Wohlklangs kaum ein Amerikaner wahr. Daher kam es völlig überraschend für die Band um Songschreiber und Sänger Jim James, als eine Einladung für den Amsterdamer Club Paradiso My Morning Jacket für Shows nach Europa verschlägt. Doch spätestens mit dem dritten Album „It Still Moves“ (2003) und dem Majordeal im Rücken werden sie auch in ihrem Heimatland erhört und können ihre Bekanntheit in Europa durch Touren in den Niederlanden, Belgien, Schweden, England und Deutschland parallel dazu ausbauen. Nun erscheint das mit dem simplen Titel „Z“ gesegnete, vierte Album von My Morning Jacket. Egal in welchem Teil der Welt man sich befindet, interessant und musikalisch anspruchsvoll spielt sich das Quintett befreit durch manch verstaubt geglaubte Facette der Rockmusik.

Sanft lässt das Keyboard beim Opener „Wordless Chorus“ eine Melodie vor sich hin tröpfeln , die in ihrer Entspanntheit nur noch vom entrückten Schlagzeugspiel in Sachen psychedelischer Gelassenheit übertrumpft wird. Der hohe, professionelle Gesang von Jim James lässt andere Welten vor unseren Augen erscheinen und mundet durch die musikalische Form von Hedonismus. Durchaus nicht jedermanns Sache, wie sich die höchsten Töne aus seinem Mund wagen und an mancher Stelle mehr einem Schrei ähneln als herkömmlichem Gesang. Stimmig mit der Musik ist es und Freude lässt sich dank dieser poppigen Form von Prog-Rock mit Seventies-Einschlag durchaus in den Ohren des Hörers nieder. Getragen und mit sakralem Unterton schwebt „Gideon“, untermalt von glasklaren Melodien einer gezupften Gitarre, gen Thron der Theatralik. Im Laufe des Songs geht das Schlagzeug einen forscheren Weg, um einen allzu geschmeidigen Schmachtfetzen zu umschiffen. Mit dieser Gefahr ist es vorbei, wenn „What A Wonderful Man“ straight rockend, inklusiver schnittiger Gitarrensoli und Antrieb in Form eines beschwingten Pianos gute Laune auf die Tanzfläche bringt. Dort verweilt man auch beim nächsten Song, der „Off The Record“ genannt werden möchte und Ska-Rhythmen offeriert.

Über mangelnde Stilvielfalt muss man bei diesem Tonträger nicht diskutieren, sind es doch die geschmackvoll akzentuierten Einsprengsel aus der Rock/Pop-Geschichte, die das Können von My Morning Jacket mit Lockerheit servieren. Eingängig wird dem Countryrock gefrönt, wenn „Anytime“ hitverdächtig und doch spannungslos in Richtung Sommer weist. Mehr Dramaturgie und Futter für das Herz bietet dagegen „Lay Low“, welches sich mit einem die Stimmung unterstreichenden Gitarrensolo schmückt und von zart bis räudig manch Gefühlslage bedient. Herausragend in seiner Komplexität und Melodieführung, die auf diesem Album seines Gleichen sucht. So schaffen My Morning Jacket mit „Z“ ein abwechslungsreiches Werk, dem der ein oder andere wirkliche Höhepunkt fehlt und trotzdem prächtig mit 70´er-Affinität und progressiven Elementen punktet.

Anspieltipps:

  • It Beats 4 U
  • What A Wonderful Man
  • Off The Record
  • Lay Low
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