Lindsay Lohan - A Little More Personal - Cover
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Lindsay Lohan A Little More Personal


  • Label: Casablanca/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Heureka! Diesmal mussten die deutschen Lindsay-Lohan-Fans nicht lange auf das neue Album ihres Stars warten. Denn gerade mal vier Wochen nach dem US-Release steht „A Little More Personal“ auch bei uns - zumindest inoffiziell - in den Regalen. Damit lernt das Label aus den Fehlern der Vergangenheit, als man das 2004er Debüt „Speak“ erst nach vielen Monaten auf den deutschen Markt brachte. Für gute Verkaufszahlen war es da schon zu spät, denn die Fans hatten sich bereits im Ausland oder über das Internet mit dem Album eingedeckt. Das Zweitwerk der sommersprossigen Schauspielerin („Herbie: Fully Loaded“) kommt demnach brandheiß über den großen Teich.

Das zweite Album des Jungstars soll nach eigener Aussage wesentlich persönlicher in Wort und Ton ausgefallen sein (Lindsay hat an allen Tracks, außer den Coverversionen natürlich, mitgeschrieben). Das verrät nicht nur der Titel, sondern auch das freizügige Cover, das nicht nur pubertierenden Jungs und pädophilen Spinnern den Sabber aus dem Mundwinkel laufen lässt. Okay, die tragische Geschichte über ihren bösen Vater, die Lindsay im Opener „Confessions of a broken heart (daughter to father)“ und in „My innocence“ verarbeitet, hat die Welt bereits vor längerer Zeit aus den Klatschspalten der Yellow Press erfahren. Aber in ihren Worten schwingt dermaßen viel Wut und Trauer, dass man schon nicht mehr von gewöhnlichen Popsongs sprechen kann, auch wenn Lindsay keine Pulitzer-Price-verdächtige Lyrics schreibt: „I wait for the postman to bring me a letter / I wait for the good lord to make me feel better / and I carry the weight of the world on my shoulders / a family in crisis that only grows older / why do you have to go / why do you have to go / I am broken but I am hoping / daughter to father („Confessions of a broken heart”).

Deshalb dürfen die Klänge heuer auch etwas aggressiver ausfallen („Black hole“), ohne an Radiotauglichkeit und Popappeal einzubüßen. Vergleichen lässt sich dies am ehesten mit dem Pop/Rock einer Ashlee Simpson („Autobiography“), aber nicht mit den billigen Dance-Pop-Tunes des Vorgängers. Damit haben die meisten der 12 Songs auf „A Little More Personal“ nichts mehr zu tun. Damit dies so ist, wurde auf Starproduzent und Hitschreiber John Shanks (Michelle Branch, Hilary Duff, Pink, Ashlee Simpson, Kelly Clarkson) verzichtet, der mit seinen letzten Aufträgen nur wenig Glück hatte. Maßgebendes Dreigestirn dieses Album sind die Songwriter, Produzenten und Musiker Ben Moody (Kelly Clarkson, Avril Lavigne, Anastacia), Kara DioGuardi (Kylie Minogue, Britney Spears, Anastacia, Jessica Simpson, Hilary Duff) und Greg Wells (Elton John, Team Sleep, Natasha Bedingfield, Hanson), die zwar auch den einen oder anderen Abfallsong zusammengezimmert haben („If you were me“, „Who loves you“), aber eben nicht so viel Ausschuss wie auf „Speak”.

Doch was tun, wenn das eigene Songwriting kein ganzes Album trägt? Richtig, ein oder zwei Coverversionen können in diesem Fall nie schaden. Deshalb schmettert die gute Lindsay eine stampfende Version des Cheap-Trick-Klassikers „I want you to want me“ und den Stevie-Nicks-Hit „Edge of seventeen” (Destiny’s Child verwendeten vor einigen Jahren schon das Gitarrenlick für ihren Song „Bootylicious“). Einen Gang runtergeschaltet wird nur bei „A beautiful life“. Ansonsten werden alle Register des Mainstream-Pop/Rock gezogen, was – zugegeben – in einigen Fällen richtig gut klingt („If it’s allright“, „Fastlane“).

Verbunden mit den direkten Texten ist „A Little More Personal“ deshalb nicht nur um Längen besser als ihr eigenes Debütalbum. Es schlägt auch die aktuellen Outputs von Hilary Duff („Most Wanted“) und Ashlee Simpson („I Am Me“), weil man bei Frau Lohan diesmal etwas feststellen kann, was solchen Mainstream-Produktionen in aller Regel abgeht: Leidenschaft.

Anspieltipps:

  • Black hole
  • If it’s alright
  • A little more personal
  • I want you to want me
  • Confessions of a broken heart
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