Sepultura - Live In Sao Paulo - Cover
Große Ansicht

Sepultura Live In Sao Paulo


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 90 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

20 Songs aus fast der gesamten Karriere wurden hier verewigt, die leider etwas unter einem matschigen Live-Sound zu leiden haben.

Sepultura – oder die Geschichte von zwei Brüdern, die sich 1996 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zerstreiten und seitdem kein Wort mehr miteinander reden.

Max und Igor Cavalera aus Belo Horizonte, der drittgrößten Stadt Brasiliens, gründeten Sepultura im Jahr 1984. Bei ihrem ersten Konzert noch im selben Jahr wurde die Band vom Publikum ausgelacht, weil ihr ultrabrutaler Heavy-Metal-Stil in Brasilien noch weitgehend unbekannt war. Auch die ersten Platten „Bestial Devastation“ (1985) und „Morbid Visions“ (1986) waren in Rekordzeit eingetrümmerte Lärmorgien, die nicht wirklich jemand hören mochte.

1987 zieht die Band nach Sao Paulo um, wo sie auf den Gitarristen Andreas Kisser trifft, der ihr spieltechnisch auf die Sprünge hilft. Mit „Schizophrenia“ (1987) und „Beneath The Remains“ (1989) gewinnen die Brasilianer an Profil hinzu und können sich für ihren Death Metal erstmals einen Produzenten leisten, der sich in diesem Genre auskennt. Mit dem Roadrunner-Label als Vertriebspartner wird aus Sepultura eine international erfolgreiche Gruppe, die mit „Arise“ (1991) ihren Durchbruch feiert. Mit „Chaos A.D.“ (1993) wird die Stellung gefestigt. Rap, Hardcore und Punkrock werden integriert und auf dem 1996er Album „Roots“ perfektioniert.

Als eine Art „World Metal“ mit tiefergestimmten Gitarren, sozialkritischen Texten und exotischen Tribal-Sounds wird die Brachialcombo zum intensivsten Heavy-Metal-Erlebnis der 90er Jahre. Dann stieg Frontmann Max Cavalera aus und wurde durch Derek Green ersetzt. Seitdem erschienen drei weitere Alben, die allerdings nicht mehr an die Magie von „Roots“ heranreichten.

Im letzten Jahr feierte die Band ihren 20. Geburtstag. Quasi als verspätetes Geschenk erscheint nun ein Doppel-Live-Album eines Konzerts vom 3. April 2005 in Sao Paulo. 20 Songs aus fast der gesamten Karriere wurden darauf verewigt, die leider etwas unter dem matschigen Live-Sound zu leiden haben, aber dennoch einen sehr guten Eindruck von der Qualität der Band vermitteln. Besonders der gern gescholtene Shouter Derek Green überzeugt mit seinem charismatischen Organ zwischen bitterbösem Donnergrollen („Reza“, „Bullet the blue sky“) und hysterischem Geschrei („Necromancer“). Kurz: „Live In Sao Paulo“ ist ein infernalisches Thrash-Gewitter, mit dem sich Einbrecher verjagen und Nachbarn einschüchtern lassen.

Anspieltipps:

  • Territory
  • Propaganda
  • Troops of doom
  • Slave new world
  • Roots bloody roots
  • Innerself/Beneath the remains
Neue Kritiken im Genre „Thrash Metal“
7/10

Seasons Of The Black
  • 2017    
6/10

The Devil Strikes Again
  • 2016    
Diskutiere über „Sepultura“
comments powered by Disqus