Soundtrack - Harry Potter And The Goblet Of Fire - Cover
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Soundtrack Harry Potter And The Goblet Of Fire


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer Harry Potter ist und wieso der Kerl mit der blitzförmigen Narbe auf seiner Stirn einen eigenen Film hat braucht an dieser Stelle nicht mehr erklärt werden. Selbst wer nicht in einem der Kinostreifen war, sich eine der bisher drei DVDs mit der Freundin oder mit den kleinen Cousins und Cousinen reinziehen musste oder zufällig über die Buchvorlage, die bis dato sechs Bände fasst (eins soll noch folgen, dass Harrys Abschlussjahr an der Zauberschule Hogwarts darstellt) gestolpert ist, weiß, aufgrund von unterschiedlichsten Medien, dass Harry Potter ein, in den Bücher von Joanne Kathleen Rowling, berühmter Zauberlehrling ist, der einen Angriff des grausamsten dunklen Zauberers Voldemort (oder „der, dessen Name nicht genannt werden darf) mit einem der tödlichsten Flüche (Avada Kevadra), die es in der Welt des Zauberlehrlings gibt, als einziger überstanden hat. Seine Eltern wurden dabei getötet, der Junge wird als Waise bei seinen einzigen Verwandten abgesetzt und fristet von klein an ein Dasein, das mehr als menschenunwürdig ist. Als eines Tages die Einladung für die Zauberschule „Hogwarts“ kommt, wird sein Leben erst richtig lebenswert, erkennt er doch erst mit 11 Jahren, dass er bewusst über Zauberkräfte verfügt.

Ende des Jahres 2001 wurde der erste Teil („Der Stein der Weisen“) des Siebenteilers durch Christoph Columbus verfilmt, die nachfolgende Episode („Die Kammer des Schreckens“) drehte dieser noch selbst ab. Für „Der Gefangene von Askaban“ wurde Alfonso Cuaron verpflichtet, der den zunehmend düsteren Plot besser in Szene setzen sollte. Den Kritikern gefiel es, die Besucherzahlen und Box-Office Einnahmen gingen (wie schon beim zweiten Teil) etwas zurück. Bei der Verfilmung von „Der Feuerkelch“ kann man beinahe von einer Runderneuerung sprechen. Nicht nur der Regisseur wurde gegen Mike Newell ausgetauscht, sondern auch die Filmmusik wurde erstmals von Patrick Doyle komponiert und Altmeister John Williams des Dirigentenplatzes verwiesen. Ob diese Entscheidung für den Erfolg des Filmes klug war ist noch nicht absehbar, da der Film einen Tag vor Erscheinen des Soundtracks weltweit in den Kinos anlief. Der Qualität der musikalischen Untermalung hat die Umbesetzung keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil ist dadurch frischer Wind eingekehrt. Auch wenn John Williams für sein bisheriges Schaffen 37 Oscarnominierungen erhalten und 5 für sich entscheiden konnte (E.T., Anatevka, Der weiße Hai, Schindlers Liste, Krieg der Sterne) muss man eingestehen, dass seine Arbeit für den letzten Harry Potter-Streifen etwas auf der Stelle getreten ist und nicht wirklich neues geboten hat. Ungeachtet dessen war die atmosphärische Dichte im Vergleich zu anderen Produktionen noch immer oberste Güteklasse.

Der 52-jährige Schotte Patrick Doyle hat vergleichsweise weniger Referenzen zu bieten, lieferte für Filme wie z.B. „Bridget Jones“ oder „Gosford Park“ aber souveräne Hintergrundbeschallung ab und hat es sich nicht nehmen lassen, den bisherigen Stil von Williams abzuändern. Dadurch verwendet er die Themen für einzelne Charaktere oder Figuren seines Vorgängers äußerst selten bis gar nicht, bedient sich anderer Stilmittel wie Walzer oder Marsch und lässt in kurzen Momenten Hitchcock-ähnliche Untermalungen („The Maze“) aufblitzen, die dem angestaubten Material wieder Schwung geben und gut zur dramaturgischen Szenerie auf der Kinoleinwand passen. Doyles Vorliebe Folklore in seine Werke einzubauen, macht auch bei Harry Potter nicht halt („The Quidditch World Cup“, „Myrtles Move“) und harmonisiert mit Bild und Ton dennoch ausgesprochen gut. Einziger Wermutstropfen sind die mit Jarvis Cocker (Pulp), Johnny Greenwood, Phil Selway (beide Radiohead), Steve Claydon (Add N To (X)) und dem Produzenten Jason Buckle eingespielten letzten drei nicht-klassischen Songs, die für das rustikale Ambiente des Filmes etwas zu revolutionär an die Sache herangegangen sind. Hängen bleibt eine saubere Feuerprobe des neu eingesetzten Komponisten Patrick Doyle, der die klassische Filmmusik etwas aufgepeppt hat und die fehl am Platz wirkende Kollaboration der vorher genannten Popmusiker. Sollte das das Publikum ähnlich sehen, kann sich Mike Newell beruhigt in seinem Regiesessel zurücklehnen, denn optisch ist die neueste Verfilmung aus dem Hause Harry Potter wieder exzellent gelungen.

Anspieltipps:

  • The Quidditch World Cup
  • The Maze
  • Potter Waltz
  • The Dark Mark
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