The Juliana Theory - Deadbeat Sweetheartbeat - Cover
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The Juliana Theory Deadbeat Sweetheartbeat


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mehr als zwei Jahre ist es nun her, dass wir etwas von The Juliana Theory gehört haben. Diesen November melden sich die Mannen um Sänger Bret Ditar mit ihrem vierten Studioalbum „Deadbeat Sweetheartbeat“ zurück.

Auch auf dem neuen Album sind neben Emo-Einflüssen auch klassische Alternativ-Rock- und Popelemente zu finden. Das war es dann aber auch schon. Was sich in der Beschreibung wie eine Foo-Fighers- oder Sugarcult-Scheibe anhört, entpuppt sich leider als Wolf im Schafspelz, denn die meisten Songs, z.B. von Dave Grohls Foo Fighters, sind einfach zu gut, um mit dem, was einem auf „Deadbeat Sweetheartbeat“ vorgesetzt wird, verglichen werden zu können. Während bei den Kollegen Kreativität, Individualität und Ohrwurmfaktor beinahe jeden Song dominieren, ist dies auf dem neuen TJT-Langspieler zu keinem Zeitpunkt der Fall. „Deabeat Sweetheartbeat“ ist leider zu zahm und fletscht viel zu selten die Zähne.

Tracks wie die erste Singleauskopplung „This is a lovesong for the loveless“ klingen definitiv zu uninspiriert und hinterlassen auch nach dem x-ten Hördurchgang denselben Eindruck wie beim ersten – nämlich gar keinen. Natürlich sind alle Songs mit brauchbaren Riffs und recht schönen Melodien gespickt, aber das sind Elemente, die man woanders nicht schon einmal gehört hätte. Ein Titel wie „Shotgun serenade“ könnte zum Beispiel die Interpretation eines glattpolierten Smashhits einer x-beliebigen mittelamerikanischen Rockband sein. Aber wer die grandiose Emotionsflut und die Ecken und Kanten älterer Platten wie „Emotion Is Dead“ oder „Understand This Is A Dream“ sucht, ist mit dem neuen Werk völlig falsch bedient. Etwas mehr Pathos und der dazugehörige Herzschmerz wäre gar nicht verkehrt gewesen – natürlich ohne in eine straighte Popproduktionen abzudriften.

Zum unkomplizierten Hörgenuss ist „Deadbeat Sweetheartbeat“ zwar geeignet, es finden sich aber zig Bands, die genauso klingen und das teilweise sogar noch besser. Einzig und allein die Texte von Sänger Bret Ditar wissen ein wenig zu beschwichtigen. Durch Tiefgründigkeit und ein wenig Sarkasmus sind diese sehr unterhaltsam, aber der normale Hörer zielt wohl eher auf die Musik ab, als auf Bret Ditar's Weißheiten („This is a lovesong for the loveless and the hopeless.You can be certain that I'm with you when I sing.This is a lovesong for the desperate and the lonely.You could have nothing but you'll still have me“).

Warum sich The Juliana Theory in solch eine Richtung entwickelt haben, wissen wahrscheinlich nur die Götter bzw. die Band selbst. Potenzial für Größeres wäre auf jeden Fall vorhanden gewesen. Aber aller Nostalgie zum Trotz muss festgehalten werden, dass „Deadbeat Sweetheartbeat“ einfach nicht gut genug ist, um 1.) überzeugen zu können und 2.) aus der Flut ähnlich gelagerter Rockbands herausstechen zu können. Schade drum.

Anspieltipps

  • Shotgun Serenade
  • This Is a Lovesong for the Loveless
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