Mike Crush - Halbum I - Cover
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Mike Crush Halbum I


  • Label: Jordan Records/EDEL
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mike Crush, ein Name, den man mittlerweile gehört haben soll, vor allem durch ÜBA3BA und der gemeinsamen Crew REDRUM, die beim ersten Frankfurter HipHop-Contest den ersten Platz belegt hat. Aber auch durch das zweite FFMC’s Tape, auf dem Mike Crush den Hit „Ich fragte mich“ beigesteuert hat. Dadurch lernte er den FFMC’s-Macher Efe kennen, mit dem er auch heute noch zusammenarbeitet. Mit „Introducing Mike Crush“ hat er auch ein Mixtape auf dem Markt geworfen, das schon seine Qualitäten unter Beweis stellte. Nun folgt der erste offizielle Release „Halbum I“, der erste Teil eines Doppelalbums.

Mit „Wer bin ich“ fängt das Album eher ruhiger an, überzeugt aber vor allem durch schöne Streicher-Arrangements und eine weibliche Soulstimme, wovon der Track getragen wird. Dabei handelt es sich um einen Represent-Song, in dem man das Augenzwinkern in jeder Note hört. Seinen Sinn für Humor zeigt Mike Crush auch bei „Schlagzeilen“, in dem er Deutschlands Rapszene unter die Lupe nimmt und dabei völlig ohne platte Zeilen auskommt. Dass ein Halb-Iraker auch auf spanischen Lyrics eine gute Figur abgeben kann, zeigt er uns unter „No Santo“. Normalerweise driftet so was in peinliche Gefilde ab, doch Mike Crush belehrt uns eines besseren.

Sein früherer Partner ÜBA3BA durfte bei „Ticken“ auch diesmal am Mikro mehrere Zeilen von sich geben. Durch seine sehr raue und aggressive Stimme wirkt das Zusammenspiel zwischen ihm und Mike Crush sehr erfrischend. Vor allem textlich überzeugen die beiden und reflektieren die Geschehnisse in den Frankfurter Straßen. „Ich sag’s noch mal“ ist ein Track, der nicht überall auf offene Ohren stoßen wird, da er vielleicht etwas zuviel Hitpotenzial hat, aber dafür verbreitet der Beat ein leichtes 80s-Flair und gefällt nach mehreren Durchgängen. Zu erwähnen ist noch „Wir sind so“, welcher von Efe und Ram-C gefeatured wird. Auf einer anderen Version, die hier leider nicht mit dabei ist, macht kein geringerer als Snoop Doggs kleiner Bruder Bada-Bing mit.

Leider gibt es auch kleinere Tiefen, wie z.B. „Diese Lieder“. Dieser Song langweilt und fordert einen förmlich die Skip-Taste zu betätigen. Vielleicht ist es doch ein Manko, gleich 60 Songs für ein Album zu produzieren. Hätte man sich auf die Hälfte der Songs konzentriert, wäre dabei sicher eines der besten Deutsch-Rap-Alben rausgekommen. Da es sich aber um ein Debütalbum handelt, und Mike Crush’s eigenwillige Stimme sehr frisch klingt, sollten die kleinen Tiefen auch nicht weiter stören. Also, besucht seine Page, kauft euch das Album und vor allem: Seid down mit Crush!

Anspieltipps:

  • Schlagzeilen
  • Ich sag’s noch mal
  • Wir sind so
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