Fields Of The Nephilim - Mourning Sun - Cover
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Fields Of The Nephilim Mourning Sun


  • Label: Oblivion/SPV
  • Laufzeit: 55 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Geschichte einer das Genre prägenden Gothic-Rock Band beginnt 1983 im mittelenglischen Stevenage mit der ersten auf 500 Exemplare limitierten EP “Burning The Fields”. Aufgrund der rasanten Nachfrage wurde der schnell vergriffene Tonträger kurz danach neu aufgelegt, um den mehr als gelungenen Einstand von Fields Of The Nephilim zu untermauern. Es folgten die ersten Singles „Power“ und „Preacher Man“ auf dem britischen Label Beggar´s Banquet, wobei letztere trotz des ungemein dunklen und schwer zu erfassenden Stils hohe Plätze in den Charts belegen konnte. Das nicht lange zurückgehaltene Debütalbum „Dawnrazor“ und der Nachfolger „The Nephilim“ (1988) schufen dann endgültig die bis heute vorhaltende Relevanz der Band um Mastermind Carl McCoy in den Gefilden des höchst atmosphärischen Gothic-Rocks. Sogar in der US-Fernsehserie „Miami Vice“ fanden die Songs von Mr. McCoy eine Heimat, wodurch auch klar wird, dass Fields Of The Nephilim wahrlich keine mit Klischees behafteten Genrevertreter sind und weit über die Szene hinaus Hörer in ihren Bann ziehen.

Da die letzten Jahre nur neu aufgelegte Tracks aus den Anfangstagen („From Gehenna To Here“; 2001) und eine von der Plattenfirma forcierte Kollektion von Demos und unveröffentlichtem Material („Fallen“; 2002) hervorbrachten, wird 2005 als besseres Jahr in die Historie der Melancholiker eingehen und nicht wenige Fans mit euphorischen Zuständen an den Rand des Wahnsinns treiben. Ein Grund dafür ist schnell gefunden: „Mourning Sun“ erblickt in einer komplexen, sieben Songs beinhaltenden Ummantelung die Plattenregale. Man spürt die Isolation, in die sich Carl McCoy für die Zeit der Aufnahmen begeben hat und läuft Gefahr, sich selber in abgeschiedenen Welten wiederzufinden. Beim ersten Hören noch vage und gar ein wenig zu brachial, um Ohren und Seele gleichermaßen zu bedienen, wächst die Zugänglichkeit mit jedem Hördurchlauf. Zeit und die Gabe, sich komplett an die unheilvollen und süßlich melancholischen Orte der Musik schmiegen zu können, sind die Grundvoraussetzungen, um „Mourning Sun“ zu erfassen. Doch jede Minute, in der man sich mehr und mehr traut, alles um sich herum fallen zu lassen und sich die epischen Wogen aus Weltuntergang und hoffnungsvollen, flackernden Lichtern auftun, ist es wert, dem Klangkosmos McCoys ein Stück weit näher zu treten. Filigran erklimmen Gitarren, Synthesizer einen Felsen aus mitunter monströsen Doublebass-Einsätzen und den markanten, viele düstere Regionen abdeckenden Vocals, um eine mehr als nur gelungene Rückkehr von Fields Of The Nephilim zu markieren, die von einer Tournee gefolgt werden soll.

  • Anspieltipps:
    • Straight To The Light
    • New Gold Dawn
    • Mourning Sun
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