Wonderful Smith - Hello, It´s Wonderful - Cover
Große Ansicht

Wonderful Smith Hello, It´s Wonderful


  • Label: Fundamental
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Und dann setzt es ein, das Klavier, das „Hello, It's Wonderful“ einläutet. Und wenig später gesellen sich die anderen Instrumente hinzu, bis die markante Stimme von Holly Senchak hinzukommt und den Song komplettiert. Es ist das erste Album der vier Musiker, die aus Chicago kommen und die mit solch unbeschreiblichen Sounds daherkommen, die den geneigten Hörer nicht nur einmal in Verzücken versetzen.

Bereits das zweite Stück auf dem Album übernimmt der männliche Gesangspart der Band, in Form von Nick Estes. Eingeleitet wird „Get it done“ von einer herrlich hochgezogenen Gitarre, die für den Bruchteil einer Sekunde an Muse erinnert, doch dann schlägt das Lied einen Bogen und nach Nicks gesanglicher Einführung, setzt auch die gute Holly wieder ein. Es zeigt sich sofort, dass die beiden Stimmen, so unterschiedlich sie auch sind, gut miteinander harmonieren. Nicks Stimme klingt sehr melodisch und bildet den sanfteren Part des Gesangsduos. Denn Hollys Stimme ist energiegeladen, kraftvoll und manchmal sogar ruppig. Aber auch Ben Hilt am Bass und Bobbis Bihlman am Schlagzeug müssen erwähnt werden, denn nur sie bringen den vollen und vollständigen Klang in dieses Album.

Den ersten großen Spannungsaufbau erlebt man bei „Lydia, remember (the things that I said)“, denn dieses Lied ist wie gemacht für Hollys Stimme und spätestens hier lohnt es sich, auf den Text zu achten. Sowohl Senchak, als auch Estes schreiben zunächst separat, um dann ihre Gedanken zusammenzuführen. Das Ergebnis ist knallhart und grundehrlich, da sich beide nicht scheuen von dem Leben, das eben nicht immer „wonderful“ ist, zu schreiben. Das wohl beste Beispiel für ihre Verletzlichkeit zeigen Beide im sensiblen Song „Untitled“. Man fühlt mit den Protagonisten mit, denn wer kennt nicht dieses Gefühl: „What I need is someone to touch. And what I see is you don't need that much”? Doch in so einfacher und dennoch bewegender Weise ist es wohl selten besungen worden. Die Zeilen fließen und ihre Texte wirken nie krampfhaft erdacht sondern einfach von der Seele geschrieben.

Dann gibt es Stücke auf diesem Debütalbum, die Zeit brauchen, Stücke wie „Bothered“. Doch nach mehrmaligem Hören entwickeln auch diese ihre Wirkung. Wonderful Smith lassen sich definitiv nicht in eine bestimmte Schublade stecken, ihren Stil eindeutig festlegen kann und sollte man nicht. Sie pendeln irgendwo zwischen Funk, Grunge, Rock, aber auch Soul und bleiben dennoch immer unverkennbar Wonderful Smith. Statt furios, überladen und mächtig, beendet das Quartett ihr Album mit der ruhigen Nummer „Favorite day“ und geben mit ihren letzten Zeilen „And if you stay with me, I can see that it's only getting better for me“ dem Zuhörer das Gefühl, dass sie von nun an zu ihm gehören sollen.

Anspieltipps:

  • Lydia
  • My Little House
  • Untitled, Favorite Day
  • Remember (The Things That I Said)
Neue Kritiken im Genre „Rock“
7.5/10

Walk The Earth
  • 2017    
7/10

Moskau '77
  • 2017    
Diskutiere über „Wonderful Smith“
comments powered by Disqus