Doomfoxx - Doomfoxx - Cover
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Doomfoxx Doomfoxx


  • Label: Armageddon/SOULFOOD
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Über den sechstgrößten Staat der Welt darf man musikalisch schon lange keine schlechten Witze mehr machen. Immerhin bescherte uns Australien die zierliche Kylie Minogue, den kratzigen Nick Cave mit seinen Bad Seeds, die Jünger Nirvanas in Gestalt von Silverchair oder die grandiosen INXS, die nach dem Tod des Frontmanns Michael Hutchence erst wieder dieses Jahr eine neue Scheibe („Switch“) präsentieren wollen. Doch vor allem (und das ist in diesem Fall besonders wichtig) hat „Oz“ (so die Kurzform von Australien) AC/DC herausgebracht, die seit 1973 in Schuluniform mit einer Mischung aus Hardrock und Boogie die Massen begeistern. Ebenfalls von ihrer Musik angetan sind Stuart McKie (Gesang), Mick Cocks (Gitarre), Archi (Bass), Dave Thomas (Gitarre) und Jase Burec (Schlagzeug), die zusammen auf den Namen Doomfoxx hören und dieses Jahr ihr Debüt vorlegen, das dem Stil nach ihren großen Vorbildern zuzuordnen ist. Doch auch wenn sie den Mannen um Aushängeschild Angus Young ziemlich ähnlich klingen, so haben sie eins nicht übernommen und das ist die Einfallslosigkeit,, die die letzten Veröffentlichungen ihrer Idole prägten, bei denen sich nach einiger Zeit die Songs untereinander glichen wie ein Ei dem anderen.

Möglicherweise wissen das Doomfoxx und haben sich genau deswegen gegründet, um das Genre wieder auf Vordermann zu bringen und die alten Fans von AC/DC mit etwas abwechslungsreicherem und frischem Material zu versorgen. Sieht man mal vom peinlichen Aussehen der Mitglieder und den Anleihen an andere Bands ab, ist ihnen das beinahe makellos gelungen. Einziges Manko bleibt, dass der Sound doch zu sehr nach den 70-ern und 80-ern klingt und dadurch die zeitgemäße Komponente eine etwas untergeordnete Rolle spielt. Es ist als wäre Doomfoxx ein Nebenprojekt von AC/DC vor etwa 20 Jahren gewesen und es würde keine Mitschnitte oder Aufzeichnungen darüber geben und erst jetzt ist ein komplettes Album aufgetaucht. Insofern kann man auch schnell darauf schließen bei welcher Zielgruppe das selbstbetitelte Debüt der fünf Musiker besonderen Anklang finden wird, obwohl die Jüngeren auch gut und gerne einen Blick riskieren sollten – vielleicht wird dadurch das Interesse an Daddys Plattenschrank geweckt.

Auf der Scheibe gibt es nach den flotten Rock´n´Roll-Stampfern „Pure platinum“, „Piece of me“, „Look ma no hands“ und „Boyfriend” mit „My beautiful friends” die erste Powerballade vorzuweisen, bevor es mit „Schoolboy Adonis“ wieder härter zur Sache geht. Eine typische Bikerhymne erklingt mit „Ginger Rose“ und „Sweetheart of the troops“ ist der Kneipengröler geworden von dessen Livequalitäten man sich schon in einigen Konzerten überzeugen konnte. „Drugs“ rockt „straight forward“ und „Abandon all hope” borgt sich kurzerhand den Anfang und die Riffs von „The wicker man” von Iron Maiden (auf „Brave New World” zu finden). Das edle Weib wird ihn „Girls like you“ noch heftig umworben, bevor es mit ausreichend Bier ausgestattet zur „Rock´n´Roll Show“ geht, mit der sich Doomfoxx gleich ihre eigene Hymne geschaffen haben. Nach diesem Ausflug in frühere Jahrzehnte kehrt man nur widerwillig wieder in die Realität zurück. Schließlich ist Nostalgie auch was Schönes.

Anspieltipps:

  • Drugs
  • Boyfriend
  • Abandon All Hope
  • My Beautiful Friends
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