Soundtrack - Merry Christmas - Cover
Große Ansicht

Soundtrack Merry Christmas


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 74 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Fast pünktlich zum Ersten Advent läuft in den deutschen Kinos der etwas andere Weihnachtsfilm an und wird standesgemäß von einem Soundtrack eingerahmt. Der Film „Merry Christmas“ spielt während des Ersten Weltkrieges und erzählt von einer wahren Begebenheit, die die Verbrüderung der verfeindeten Fronten an Weihnachten im Jahr 1914 zum zentralen Thema macht. Als Zeichen verbliebener Nächstenliebe gehen die Soldaten mit Kerzen in den Händen aufeinander zu und erleben gemeinsam die erste Kriegsweihnacht. Die Musik, geprägt durch Weihnachtslieder wie „Stille Nacht“ oder „Adeste Fideles“, ist dabei die treibende Kraft, welche selbst in zerstörerischen Zeiten die Menschen bewegt und blinden Zorn zumindest für den Zeitraum des Festes versiegen lässt.

Das Orchestre Bel Arte schafft in Zusammenarbeit mit dem London Symphony Orchestra eine höchste feierliche Atmosphäre, die an Theatralik schon schwer in Richtung Operette schielt. Langsam bauen sich die klassischen Stücke, bearbeitet von Komponist Philippe Rombi, auf und entfalten sich mit den Stimmen von Natalie Dessay und Rolando Villazón. Bis auf zwei Eigenkompositionen werden traditionelle Werke aus deutschem, schottischem und französischem Repertoire inbrünstig vorgetragen, während Zwischenstücke die verschiedenen Handlungen des Films mit für sich allein eher schwer verständlichen Geräuschkulissen untermalen. So empfiehlt sich der Soundtrack nur für den absoluten Klassik-Liebhaber, der in Kenntnis der Leinwand-Darbietung die abendliche Ausflucht aus dem Alltag sucht und auch schon im November seine Vorfreude auf das Fest der Liebe nicht zurückhalten kann. Für Freunde der einprägsamen, melancholischen Unterhaltung werden zu wenige Zusammenhänge in den ausufernden Stücken deutlich, wodurch mit zunehmender Spieldauer der Reiz des Schönklangs Schaden davonträgt.

„Merry Christmas“ mag in seiner berührenden Ästhetik in den Kinos des vorweihnachtlich geprägten Landes gut ankommen und die Sehnsucht nach harmonischen Feiertagen schüren, doch der Soundtrack zögert mit allzu künstlerischen Komponenten, welche die anfangs deutlich vorhandene Atmosphäre mit der Zeit entkleidet und recht karg zurücklässt. Obwohl musikalisch hochkarätig besetzt, vermögen es die Lieder ohne die Unterstützung des Bildmaterials nicht, den Hörer an sich zu binden. Man setzt zuviel auf die untermalende Funktion, die einem lediglich den Ohren dienenden Soundtrack die Wirkung entzieht.

Anspieltipps:

  • Ave Maria
  • Adeste Fideles
  • Hymne Der Verbrüderten (I´m Dreaming Of Home)
Neue Kritiken im Genre „Filmmusik“
7/10

The Hunger Games: Mockingjay Part 1
  • 2014    
Diskutiere über „Soundtrack“
comments powered by Disqus