Tiziano Ferro - Nessuno E Solo - Cover
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Tiziano Ferro Nessuno E Solo


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 58 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tiziano Ferro hat nach den europaweiten Erfolgen seiner Longplayer „Rosso Relativo“ (2001) und „111“ (2003) nun sein drittes Studioalbum geschaffen. Ferro gehört zu der neuen Generation der modernen Italopopkünstler, die auch Black Music-Komponenten in ihre trotzdem noch altmodisch gefühlvollen Songs einfließen lassen. Auch Gitarren und Elektronikzutaten sind nicht tabu. Was hat der schmächtige Italiener diesmal komponiert und getextet?

Die CD beinhaltet sieben Popballaden von insgesamt elf Songs, da wird das emotionale musikalische Element doch etwas überstrapaziert. So sehr die italienische Sprache dem Ohr schmeichelt, nur Herzzerreißendes erdrückt den Hörer zusehends. Die erste Singleauskoppelung „Stop! Dimentica“ klingt eher untypisch für den Longplayer, da Gitarren und die leicht verfremdete Stimme den Eindruck des modernen Popmusikers doch anfangs zu bestätigen scheinen. Doch die Beats klingen nicht nur hier sehr hausbacken, man erinnert sich an alte Euro-Dance-Pop-Zeiten, aber leider nicht an die guten.

Auch „E Raffaela è mia“ nimmt gefährliche Anleihen an vergangene langweilige Popelektronikbasteleien schlechter Qualität oder anders ausgedrückt, eine nur schwer zu ertragende Stumpfpopnummer. Die Balladen wie z.B. „Ti scatterò una foto“ haben da schon eher Qualität: nach einer kurzen acapella-Einführung singt der gute Tiziano sehr emotional und wird nur von wenigen Instrumenten, im Vordergrund die Akustikgitarre, begleitet. „ E fuori è buio“ rührt ebenfalls kräftig am Herzschmerzthron von Eros Ramazotti und gefällt doch zeitweise. Bei „Baciano le donne“ bekommt Herr Ferro Unterstützung von einem anderen neuen italienischen Jungstar namens Biagio Antonacci, der die notwendige Abwechselung ins musikalische Einerlei bringt. Dieser Song überrascht mit schwachen Beats, aber eingängigem Gesang, das ist schon der Lichtblick des Albums.

Der italienische Charme Tiziano Ferros reicht nicht, diese CD zu retten, denn es schlummern auch genügend einschläfernde Songs darauf, die die Bewertung unter den Durchschnitt drücken. Es bleibt unklar, warum der mit seinem Hit „Perdono“, der eindeutig in Rapgefilden fischte, bekannt gewordene Ferro nicht diese moderne Black-Music-Richtung musikalisch weiterverfolgt und stattdessen versucht, dem berühmten Ramazotti Konkurrenz zu machen.

Anspieltipps:

  • E fuori è buio
  • Baciano le donne
  • Ti scatterò una foto
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