Anouk - Hotel New York - Cover
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Anouk Hotel New York


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Niederlande gelten nicht gerade als Land, das ständig Musiker hervorbringt, die europaweit an der Spitze der Charts stehen. Die in Holland platinverwöhnte Anouk Teeuwe, Künstlername Anouk, soll nun auch den Rest der Welt erobern. Die holländische Sängerin veröffentlichte 2004 erfolgreich diesen Longplayer in ihrer Heimat, in Deutschland erscheint dieser erst 2006.

Anouk hat nun ihre vierte Studio-CD seit ihrem Debüt vor 8 Jahren geschaffen. Eingespielt hat sie das Werk mit ihrer Band, als Produzent fungierte Cliff Norell, der so unterschiedliche Künstler wie Brian Setzer, die Rollins Band und Mansun im Studio betreute. Als Songwriter hat Anouk wie bei den Vorgängeralben den Texter und Komponist Bart van Veen verpflichtet, der mit ihr zusammen den Großteil der Tracks schrieb. Hierzulande kennt man eigentlich nur ihren Hit „Nobody's wife“, der 1997 erschien. Durch viele Livekonzerte überzeugte sie ihre Fans und konnte zumindest teilweise den One-Hit-Wonder-Nimbus ablegen.

Die musikalische Stilrichtung erinnert ein wenig an Skunk Anansie, also harte Rockmusik und auch Balladen im Akustikmantel sind Bestandteil ihres Repertoires. Die Laut-Leise-Musik ist Programm ähnlich wie bei Staind, wobei Staind deutlich härter und auch besser klingen. Die Stimme von Anouk trägt den Hauptteil der Songs, da sie doch deutlich hervorsticht und nicht so glatt klingt und zusätzlich noch einige Varianten innehat. Der Opener „Girl“ ist auch die erste Singleauskoppelung, die eindeutig Hitpotenzial besitzt. Die Drums und Gitarren werden nur von der Sängerin übertönt. Solide Rocknummer nennt man das wohl. Der zweite Song fällt ein wenig auf, da er als einziger einen leichten Reggae-Rhythmus beherbergt. Aber das überzeugt nicht so wirklich, da kann der gute Backgroundchor auch nichts retten. Beim dritten Track zeigt die holländische Musikerin ihr Talent: ein ruhiger Gitarrenanfang mündet in heftigerer Gangart und heraus kommt diesmal ein überdurchschnittlicher Rocksong mit guten Tempowechseln.

Dann wird es ziemlich ruhig mit „Falling sun“, der einen mittelmäßigen Akustikpopsong darstellt. Die Ballade „Lost“ lebt von der anfänglich sehr guten Stimme Anouks, die sehr emotional den sich sehr langsam steigernden Spannungsbogen führt. Nur nachdem Schlagzeug und Gitarre einsetzen, schreit sie zum Schluss des Tracks nur noch, was der guten Komposition doch schadet. Die ruhigen Nummern überwiegen, nur wenn Anouk wie bei „I spy“ wieder rockt, scheint doch klar, dass sie bei diesem härteren Stil doch besser aufgehoben ist. Sie wechselt doch recht viel im Tempo, aber die Qualität der Songs kommt über den Durchschnitt nicht hinaus. Leider reicht es nicht, um dauerhaft im Musikgedächtnis des Hörers zu bleiben.

Das nötige Talent hat Frau Teeuwe zweifellos, nur ist es anscheinend nicht so einfach, einen Stil zu finden bei dem man sich aus der Masse qualitativ hervorheben kann. Da ist es doch bemerkenswert, dass diese doch eher unauffällige Musik so große Erfolge bei unseren holländischen Nachbarn feiert. Das Album ist als Soundtrack für kalte Winterabende gut verwendbar, doch nur sehr wenige Melodien bleiben bis zum nächsten Morgen hängen.

Anspieltipps:

  • Girl
  • Help
  • I Spy
  • More than you deserve
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