Steve Tyrell - Songs Of Sinatra - Cover
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Steve Tyrell Songs Of Sinatra


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Jahr 2005 ein Bündel Songs von Frank Sinatra neu einzusingen/spielen ist aus künstlerischer Sicht nicht wirklich als innovative Idee zu bezeichnen. Aber auch kommerziell gesehen kommt so etwas reichlich spät, denn der Post-Swing-Boom ist längst wieder abgeebbt. Außerdem zählt Frank Sinatra zu den ganz wenigen Künstlern, deren zeitloses Vermächtnis in der Gabe lag, Songs authentisch, emotional und lebensnah zu interpretieren. Spätere Nachahmer sind dadurch fast automatisch auf der Verliererstrasse. Welchen Grund gibt es also für den geneigten Konsumenten, Steve Tyrells Album „Songs Of Sinatra“ käuflich zu erwerben?

Okay, als Künstler kümmert man sich sicher nicht um solche Gedankenspiele. Die Liebe zur Musik steht im Vordergrund und ist der Grund allen Handelns. Steve Tyrell ist zum Beispiel schon viele Jahre als Komponist tätig und schrieb diverse Scores und Songs für Hollywood-Filme. Darüber hinaus ist Tyrell Produzent und arbeitete u.a. schon mit LL Cool J, Alice Cooper, Linda Ronstadt sowie Blood Sweat And Tears.

Die Idee zu „Songs Of Sinatra“ ist aus einem Zufall heraus geboren. Tyrell erhielt eine Einladung zu Tina Sinatras Geburtstag. Während eines Gesprächs mit Tina und Mega-Produzent Quincy Jones (Michael Jackson) schlugen die beiden vor, dass Steve auf der Veranstaltung zur Aufnahme Frank Sinatras in die Hollywood Bowl of Fame den Song „Fly me to the moon“ singen sollte. Daraus entstand der Plan eines Albums, für das die Sinatra-Familie freundlicherweise sämtliche Original-Arrangements (u.a. von Cole Porter, Sy Oliver, Ernie Freeman, Bob Mann und Allan Broadbents) der gewünschten Lieder zur Verfügung stellte. Steve Tyrells Ziel war es, „diese großartigen Sinatra-Standards zu modernisieren, das Original-Feeling zu erhalten und dem originalen Vibe Tribut zu zollen“.

Mit dem offiziellen Segen der Sinatra-Familie ausgestattet (Frank Sinatra Jr. singt sogar auf einem Track mit Steve Tyrell im Duett), hat sich Tyrell 14 Songs seines Vorbilds zur Brust genommen und mit ungewöhnlich großem Musikeraufgebot neu aufgenommen. Er bleibt dabei sehr dicht an den ursprünglichen Versionen aus den 50er/60er Jahren und gibt sich alle Mühe, die berühmten Phrasierungen des Meisters nachzuahmen. Das gelingt in der Tat ausgesprochen gut, auch wenn Mr. Tyrell mit seiner sanften Stimme nicht an das whiskygetränkte Organ Sinatras heranreicht. Doch das lässt sich verschmerzen. Wichtiger ist viel mehr, dass seine Einspielung nicht auf das Hotelbar- bzw. Kirmes-Niveau anderer Möchtegern-Sinatras hinausläuft. Ein absolutes Muss für Sinatra-Jünger oder die, die es noch werden wollen, ist dieses Album dennoch nicht. Warten wir lieber ab, was Robbie Williams mit der Fortsetzung von „Swing When You’re Winning“ reißen wird, die für das Weihnachtsgeschäft 2006 angepeilt ist. Vielleicht macht uns das Ex-Boygroup-Mitglied ja einen auf Klein-Sinatra...

Anspieltipps:

  • (I’ve got you) under my skin
  • In the wee small hours
  • I get a kick out of you
  • Fly me to the moon
  • Night and day
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