Death Cab For Cutie - Transatlanticism - Cover
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Death Cab For Cutie Transatlanticism


  • Label: Grand Hotel van Cleef/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn man sich vor Kummer und Alltagsstress verstecken will, bauen DCFC eine Höhle aus sensiblen Klangwänden und führen uns ins Land der Träume.

„So this is the new year“ tönt es und ein „Bam Bam“ vom Schlagzeug erhält die Spannung aufrecht. Auch wenn der Gesang noch so ungefährlich klingen mag. Das vierte Album von Death Cab For Cutie fängt kräftig an und lässt einiges erhoffen. Doch schon beim zweiten Titel zeigen Death Cab For Cutie den Grund, wofür man sie lieben muss: „Lightness“ wird angeführt vom zarten Gesang Benjamin Gibbards, der mit seinem „Uwaho“ ganz tief ins Herz trifft. Ruhig und fließend breitet sich der Song wie selbstverständlich aus. Es sind meistens ganz leicht mitsingbare Melodien, die ein wohliges Gefühl verbreiten und nie langweilig werden. Dieses Gefühl macht sich breit und denkt nicht im kleinsten Moment daran, zu verschwinden. Wenn man einmal zu dieser Band gefunden hat, kommt man einfach nicht mehr los. Death Cab For Cutie sind wie eine Spinne, die ihren Feind genau zu kennen scheint und ihn betäuben und einwickeln kann und das auf die bittersüßeste Art und Weise.

Die Band erweist sich als durchaus alltagstauglich. Wenn man sich vor Kummer und Alltagsstress verstecken will, bauen sie eine Höhle aus sensiblen Klangwänden und führen uns ins Land der Träume. Im Sommer bringen sie einen dazu, über eine grüne Wiese zu laufen und sich wie ein Kind zu fühlen. Speziell bei „The sound of settling“ singt man aus vollem Herzen das „Bah bah, bah bah“ mit und fühlt sich in keinster Weise daneben. Death Cab For Cutie als Allheilmittel?? Vielleicht.

Bei „Tiny vessles“ bekommt man nicht nur von der Melodie Gänsehaut. Der Text ist so ehrlich und traurig zugleich („You touch her skin, and then you think that she is beautiful but she don't mean a thing to me”). Die Spinne hat ihren Feind wehrlos gemacht, doch der hatte nie vor sich zu wehren. „Transatlanticism“, der gleichnamige Song zum Album stellt so etwas wie einen Höhepunkt dar, denn mehr Emotion geht wohl nicht. Getragen von Klavier und Gitarre schwebt Benjamins Stimme davon und wird später unterstützt vom Schlagzeug, das gleichbleibend pochend das Lied vorantreibt. Und immer wieder ertönt „I need you so much closer.“

Benjamin Gibbard erzeugt mit Sätzen wie „When you need directions then I'll be the guide” (aus „Passenger seat“) kitschige Seufzattacken von Seiten des Hörers. So herrlich romantisch bringt dieses Album bestimmt bei jedem ersten Date mit der zukünftigen Freundin, Pluspunkte. Und die Jungs können sich gleich eine Scheibe von diesen Musikern abschneiden. Mit „A lack of color“ endet „Transatlanticism“ und man fühlt sich spätestens jetzt gestärkter für den dunklen kalten Alltag, der wieder auf einen wartet.

Anspieltipps

  • The Sound Of Settling
  • Transatlanticism
  • Passenger Seat
  • Lightness
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