Fler - 90210 Mixtape - Cover
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Fler 90210 Mixtape


  • Label: Aggro Berlin
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mixtapes sind so angesagt wie nie. Jeder anständige Rapper, der etwas auf sich hält, schiebt zwischen dem nächsten Album und dem x-ten Sampler-Beitrag mal schnell so eine CD auf den Markt. Auch der Kollege Fler, bürgerlich Patrick Decker, aus dem Aggro-Berlin-Stall, fehlt in dieser Riege nicht. Er bringt drei Wochen nach Weihnachten mit „90210 Mixtape“ den Nachfolger seines Debütalbums „Neue Deutsche Welle“ auf den Markt, ehe im Laufe des Jahres 2006 das nächste reguläre Werk mit dem Arbeitstitel „Der Trendsetter“ in die Regale gelupft wird.

Natürlich nimmt auch der in Berlin-West geborene Fler in seinen Texten kein Blatt vor den Mund und kündigt sich großspurig als „Neue Numma 1“ bzw. „Hamma Rapper“ an. Doch leider beweisen ca. die Hälfte der 17 Tracks auf dem Mixtape, dass dem (noch) nicht so ist. Zudem sind auch noch ein knappes halbes Dutzend „90210“-Songs bereits von anderen Tapes oder Internet-Veröffentlichungen bekannt. Damit bietet der 23-Jährige nicht unbedingt Value for Money.

Schon bei seinem Debüt hat man dem Rapper nachgesagt, dass seine Leistungen unheimlich schwankend sind. Das trifft auch in Teilen auf diese Veröffentlichung zu. Doch auf dem „90210 Mixtape“ kommt noch hinzu, dass der Sound teilweise dumpf und verwaschen klingt („Blut rein, Blut raus“) und mit ekligen 80er-Jahre-Samples von Udo Jürgens („Ich war noch niemals in New York“), Falco („Jeanny“), Europe („The final countdown“) und Joan Jett („I love Rock’n’Roll“) zugepflastert wird. Die, wenn man so will, Verantwortung dafür hat DJ Desue, der alle Cuts und die Abmischung gemacht hat.

Herr Decker, der von seinen Aggro-Kollegen Sido, B-Tight, G-Hot, Tony D, Harris, Shizoe, MC Bogy, Megaloh und Frauenarzt unterstützt wird, fährt aber auch ein ganzes Bündel guter bis sehr guter Tracks auf. Zum Beispiel das schon bekannte „Identität“ oder das mächtig groovende „Mein Konto“. Auch Flers Ode an den Rolls Royce unter den Cognacs („Hennessy“), der wunderbare „Ich hab’ den größten Pimmel“-Bouncer „Mein Viertel“ und der augenzwinkernde Dancefloor-Killer „Shake dein Arsch“ sind coole Tracks, die Lust auf das dritte Album des Berliners machen.

Anspieltipps:

  • Pass auf!
  • Identität
  • Hennessy
  • Jesus walks
  • Mein Konto
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