Carrie Underwood - Some Hearts - Cover
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Carrie Underwood Some Hearts


  • Label: Arista/SonyBMG
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die neue, dritte Staffel „Deutschland sucht den Superstar“ ist gerade angelaufen. Tausende pilgern zu den Castings, um die dortige Jury mit ihren Gesangskünsten zu begeistern. Oftmals ernten die Darbietungen aufgrund der abgrundtief schlechten Leistung aber nicht mehr als ein klares „Nein“ von Heinz Henn, Sylvia Kolleg und Dieter Bohlen, die sich für die Bewertung verantwortlich zeigen.

Auf der ganzen Welt gibt es mehr als 25 dieser Talentsuchwettbewerbe, angefangen beim Erfinderland Großbritannien über die Schweiz, Österreich bis hin zu Kasachstan, Südafrika oder Singapur. Im Gegensatz zu den übrigen Nationen, die jeweils nur eine Show im Fernsehen ausstrahlen, gibt es in Deutschland derer gleich sechs, die sich auf die Suche nach dem Star von morgen machen (Star Search, Stefan sucht den Super Grand-Prix Star, Die deutsche Stimme, Fame Academy, Popstars und natürlich Deutschland sucht den Superstar).

In den USA werden seit 2002 Jahr für Jahr die Bundesstaaten nach dem „American Idol“ durchforstet, die mal mehr und mal weniger auch hierzulande Erfolg verbuchen konnten. Die erste Gewinnerin Kelly Clarkson setzte erst 2005 mit ihrem in Pop und Rock gehaltenen zweiten Album „Breakaway“ und der Single „Since U been gone“ zum Sprung in die deutschen Charts an. Ihre Nachfolger Ruben Studdard, der sich großteils dem Gospel verschrieben hat und Fantasia Barrino, die ihr Debüt „Free Yourself“ in R&B-Klänge tauchte, konnten hierzulande noch so gut wie keinen erwähnenswerten Umsatz ihrer Alben vorweisen. Dieser Umstand könnte sich mit dem vierten Gewinner wieder ändern.

Die Siegerin Carrie Underwood hat wie ihre Vorgänger eines gemeinsam: Sie ist religiös. Wird die 22-Jährige danach gefragt, wem sie dem Triumph über ihre Kontrahenten zu verdanken hat, der erste Name, der fällt, ist Gott. Danach kommen die Eltern. Das amerikanische Idol muss eben nicht nur gut singen können, sondern auch das Land repräsentieren und einen Atheisten oder seltenen Kirchengeher kann sich die Jury der Show wohl nicht vorstellen. Das ist Amerika. Zum Glück bekommen wir nur die Gewinner präsentiert, die mit einem geschulten Organ gesegnet sind, da es Möchtegerns wie Daniel Küblböck mit ziemlicher Sicherheit auch in den Vereinigten Staaten gibt, die sich als Popstar versuchen wollen.

Fräulein Underwood hat sich schlussendlich durchgesetzt und präsentiert nun mit „Some Hearts“ ihr Debüt. Wird ein Blick auf das Cover geworfen, kann das Genre, dem sich Carrie angenommen hat, erahnt werden. Weite Felder, vermutlich Weizen und eine blonde, lächelnde, gottesfürchtige Sängerin deuten schwer auf Country hin. Die vorliegende CD wird eingelegt und gleich im Opener „Wasted“ schmiegt sich eine Fidel der Gitarre und den restlichen Instrumenten an. Eine Prise Pop wird beigefügt und Miss Underwood wandelt auf Faith Hills Spuren. Einige Songs später hat man wahrhaftig das Gefühl, eine neue Scheibe der Dame aus Mississippi eingelegt zu haben, so ähnlich erklingen die Melodien und bekannt erscheint einem das Ganze. Doch eine Sache ist verwunderlich und das ist die Stimme, die den Text wiedergibt. Carrie hat unumstritten ein Organ, das wie geschaffen für Countrysongs ist.

Sie hat das Zeug, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und aus so manchen lahm arrangierten Track das Beste herauszuholen. Nichtsdestotrotz verwandelt sich ihre Stimme des öfteren bei lauter gesungenen Stellen in ein Jaulen („Wasted“) oder unschönes Gejammer („We´re young and beautiful“). Das trübt stellenweise das Hörerlebnis und sollte der Dame Anlass für ein paar weiterführende Übungsstunden geben. Ansonsten ist „Some Hearts“ ein wahrlich erfrischendes Debüt, wenn man von der Ähnlichkeit zum Werk einer Faith Hill oder Shania Twain absieht. Der eigene Stil muss daher noch gefunden werden, erinnert die Stimme und die musikalische Untermalung in „That´s where it is“ z.B. stark an Lara Fabian. Bis dahin ist dieses Debüt zwar keinesfalls eine große Konkurrenz für die millionenschweren Genrekolleginnen, aber immerhin eine gute Alternative.

Anspieltipps:

  • Lessons Learned
  • Starts With Goodbye
  • I Just Can´t Live A Lie
  • Whenever You Remember
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