The Kills - No Wow (Special Edition) - Cover
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The Kills No Wow (Special Edition)


  • Label: Domino/Rough Trade
  • Laufzeit: 105 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Als The Kills im Oktober 2004 in England ihre Labelkollegen von Franz Ferdinand supporten, reiben sich die Zuschauer verwundert die Augen, denn The Kills zelebrieren mit ihrer ursprünglichen und nachhallend lasziven Essenz von Rock´n Roll eine Bühnenshow, die nicht zuletzt von der Spannung zwischen den beiden Akteuren Hotel (aka Jamie Hince) und VV (aka Alison Mosshart) lebt. Aus Unzufriedenheit mit dem Schaffen ihrer vorigen Bands Discount und Scarfo dachten die Beiden über ein gemeinsames Projekt nach, welches sich um den Jahrtausendwechsel herum zu einer echten Band formt und sie eines Sommers einfach ein Auto in den Vereinigten Staaten mieten lässt, so dass das Duo von Ort zu Ort fährt, um Auftritte und die damit verbundene Öffentlichkeit zu erhalten. Ihr von Blues und Indie-Rock getragener Sound erntet trotz ihrer „Promo-Tour“ durch die Staaten zuerst in, wie sollte es auch anders sein, England eine enorme Beachtung, die auch den NME nicht kalt lässt. Mit ihrem Debütalbum „Keep On You Mean Side“ sowie einer speziellen Verbindung von Kunst und Rockmusik bleibt das Duo in den Ohren so mancher Indiegemeinde und brilliert im Februar 2005 durch den Nachfolger „No Wow“ mit den quasi Hitsingles „No Wow“, „Love Is A Deserter“ sowie „The Good Ones“.

In einer Doppel-CD Ausführung erblickt das Album nun, erweitert um Remixe und allen bisherigen B-Seiten, erneut das Neonlicht der Plattenläden. Mitunter dunkel und doch mit Pop-Anleihen sind The Kills mehr als nur eine dieser Newcomer-Bands mit deutlichem New Wave-Einschlag. Raue E-Gitarren treffen auf Elektronik und den Charme einer Proberaum-Aufnahme. VV steuert elektrisierende Vocals voller Bestimmtheit und dem Reiz des Verruchten bei, während Hotel sich manchmal ein Stimm-Duell mit ihr liefert, jedoch vorzugsweise die instrumentale Seite des Duos unterstreicht. Größtenteils stilsicher und mit einem gehörigen Wiedererkennungswert inklusive echter Pop-Perlen, wird es dennoch an einigen Stellen des Longplayers etwas behäbig und der Reiz verringert sich so langsam mit fortwährender Spieldauer, um doch noch mal graziös um die Ecke zu schielen. Diese seltenen Anflüge von Tristesse sollen jedoch in keiner Weise das durchweg gute, manchmal sogar herausragende Album in Frage stellen.

Die zweite CD kommt mit Remixen von den drei Auskopplungen aus „No Wow“ daher und glänzt gleich zu Beginn mit einem Megamix aus verschiedenen Adaptionen von „The Good Ones“. Der Kanadier Tiga lässt seine Erfahrung in einer äußerst tanzbaren, dem House nahen Version aufblühen, während die ebenso bei Domino beheimateten Test Icicles zielgerichtet minimieren und stampfende Beats mit einer Prise Funk verbinden. Es folgen B-Seiten, die eindeutig für den Sinn einer Single-VÖ sprechen und großartig gar manche A-Seite verblassen lassen. Nahezu unsterblich und zart erreicht „Baby´s Eyes“ unsere Herzen und lässt zur Repeatfunktion greifen, um diese Schönheit niemals enden zu lassen. „Passion Is Accurate“ zeigt dagegen, dass The Kills die lasziven Beigaben des Rock´n Roll gekonnt als Tanzflächenfüller benutzen und äußerst catchy auch durch synthetische Beats begeistern. Ein tolles 2-CD Package, welches rundum zufrieden stellt und ausreichend beweist, dass richtig große Songs eine Leichtigkeit für The Kills darstellen.

Anspieltipps:

  • Love Is A Deserter
  • The Good Ones
  • Murdermile
  • Baby´s Eyes
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