Björn Kleinhenz - Trans Pony - Cover
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Björn Kleinhenz Trans Pony


  • Label: Mi Amante/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Meine Damen und Herren, heute dürfen wir vorstellen: Björn Kleinhenz. Liedermacher aus Smaland irgendwo im kalten Südschweden. Des weiteren Zwillingsbruder, gebürtiger Schwabe, Berufsmelancholiker und Natursympath. Außerdem macht der Knabe verdammt gute Musik. Nein, hier ist nicht die Rede von irgendeinem Pädagogikstudenten, der gelegentlich mal die Akustikgitarre zückt, um einen Song für seine Krabbelgruppe zu schreiben, sondern von einem durchaus ambitionierten Künstler. Einem jungen Künstler, den es kennen zu lernen gilt.

Bislang hat der gute Björn schon ein eigenes Album („Yeah Baby Whoohaa“) veröffentlicht und in dutzenden Bands gespielt (u.a. Boy Omega), aber irgendwie haben wir es immer versäumt, genauer hinzuhören. Das ist wirklich sehr schade und passiert bestimmt nicht zum ersten Mal in Anbetracht der aktuellen Trends, aber mit „Trans Pony“, bekommen wir nun eine zweite Chance. Eine Chance, die wir nutzen sollten, bevor Herr Kleinhenz sich vielleicht in die Reihen gefrusteter Künstler einreiht und die Klampfe entgültig an den Nagel hängt. Wir würden sonst wirklich tolle 36 Minuten verpassen. Musikalische Momente irgendwo zwischen Dave Matthews und Tom Yorke, aber eben mit dem gewissen „Quäntchen Schweden“, dargeboten auf der Akustikgitarre.

Songs wie „Out of style“ oder „Leipzig lover“, Lieder die einem die Hand auf die Schulter legen und zuflüstern: „Kopf hoch mein Junge, es wird alles wieder gut!“ Titel wie „Better company“, die den Alltag einfach mal mit einem Augenzwinkern abtun und alles etwas unbeschwerter sehen lassen. Oder die Ballade „On time tonight“, die sogar die Hartgesottenen nach den Taschentüchern greifen lässt.

Eigentlich sind alle Songs auf „Trans Pony“ irgendwie etwas Besonderes, etwa wie ein schöner Spaziergang durch das verschneite Stockholm oder eben ein langer, sehnsüchtiger Seufzer nach solch wundervollen Momenten. Björn schafft es, ein angestautes Bedürfnis nach Harmonie und Zuneigung aufbrodeln zu lassen, das man so nicht mehr missen möchte. Manche mögen es Melancholie nennen, im Falle von Björn nennt man es am besten Aufrichtigkeit.

Man hört, dass er fühlt, was er singt und lebt was er schreibt. Das ist nicht nur selten, sondern auch toll, dass es noch Künstler gibt, die von Herzen aus Musik machen und das mit anderen teilen möchten. Und das einzige, was sie im Gegenzug fordern, ist ein wenig Aufmerksamkeit. Manche werden Björns Musik mit Sicherheit belanglos finden, aber denen ist auch nicht mehr zu helfen.

Für alle, die das Zuhören nicht verlernt haben: Augen schließen, Herzen öffnen und sich mit Björns Musik davon treiben lassen.

Anspieltipps:

  • Out of style
  • Leipzig Lover
  • On time tonight
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