The Flames - Strike A Light - Cover
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The Flames Strike A Light


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

In den Händen halte ich eine CD, auf der breit „The Flames“ steht. The Flames, The Flames... Moment, da war doch was... Und richtig. Auf einmal schießen mir wirre Bilder in den Kopf, Bilder von albern tanzenden Teenagern, Bilder von einer Schiffsfahrt und an Bord ist nur diese Band, die diesen Song spielt, den ganz Deutschland zu singen schien. Und dann fällt es mir wieder ein: „Everytime I see you, I wanna be with you...“, stimmt. Ein kurzer Blick auf die Tracklist und tatsächlich: „Everytime“ als vierzehnter Titel. Nun werde ich neugierig, lege die CD ein und starte los. „Twist fever“ ertönt und geht sofort ins sonst so ungelenke Tanzbein, feiner Einstieg, ich schiebe den Lautstärkeregler etwas höher. „Willkommen in den 50ern“, so oder so ähnlich schreit mich Track Nummer Zwei „Stardust memories“ an. Hätte ich ein Petticoat an, ich würde es flattern lassen, so viel steht fest.

Und dann kommen The Flames zur Schmuserunde, ich kann förmlich den Angstschweiß der verpickelten Jungs riechen, die sich zögernd an ihre Flamme wagen und sie um den Tanz bitten („Out of my head day and night...”). So führt sich „Strike A Light“ fort und mehr als einmal muss ich über diese herrlich urige Art und Weise der Musikgestaltung lächeln. Schön, dass es so etwas noch gibt. Mit Dick Brave wurde diesem Genre ja wieder höchst erfolgreich Atem eingehaucht, doch The Flames aus Mannheim stehen diesem Projekt um nichts nach, verlieren sich nicht in Monotonie und haben deshalb mindestens genauso viel Aufmerksamkeit wie Dick Brave verdient.

Meine Gedanken werden unterbrochen, da meine Finger beschwingt zu „How high the moon“ mitschnipsen und ich konzentriere mich wieder genau auf die Musik. Ein mitreißendes Gitarrensolo versetzt mich in ein freudiges Jauchzen und lässt mich die Welt kurzzeitig in schwarz-weiß erleben. Beim genaueren Blick ins Booklet werde ich erneut in Staunen versetzt, denn The Flames setzten sich aus nur vier Mann zusammen. Es ist beachtlich, wie voll der Klang doch ist und jeder Musiker für sich leistet ehrenwerte Arbeit an seinem Instrument.

Während „Staying in bed“ spielt, haben die frisch verliebten Teenager Zeit, sich eine Limonade an der Bar zu holen. Tanzen macht ganz schön müde. In einer abgelegenen Ecke des Tanzlokals tauschen sich verliebte Päarchen schüchterne Küsse aus und jedem Anwesenden ist klar, dass dies ein ganz besonderer Abend ist. Und der Abend neigt sich unaufhaltsam dem Ende zu, die Band lädt noch mal auf die Tanzfläche, da wird noch mal alles gegeben, Röcke fliegen, Jungs schleudern ihre Partnerin über das Parkett.

Zu guter Letzt überraschen mich fast schon die eingängigen Klänge von „Everytime“. Ach ja, das waren ja The Flames, die Flames, die noch so viel mehr zu bieten haben, als dieses eine Lied. Für „Strike A Light“ ist es ein gelungener Abschluss. Die Tanzschuhe werden wieder eingepackt, der Schwarzweiß-Film ist vorüber und die CD wird abspielbereit im CD-Player gelassen. Diese Zeitreise werde ich mir jetzt öfter gönnen.

Anspieltipps:

  • Twist Fever
  • Whispering
  • Out Of My Head
  • How High The Moon
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