Mikeyla - Something Like That - Cover
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Mikeyla Something Like That


  • Label: B Factory Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Immer wieder erstaunlich, was das kleine Land Schweden in Sachen Musik hervorbringt. Ob Pop, Rock, Metal oder Punk – immer wieder tauchen großartige Künstler scheinbar aus dem Nichts auf und verzücken den Rest Europas mit ihrer Musik. Und auch wenn nicht alle Acts gleichermaßen zünden, gibt es genügend Beispiele für schwedische Durchstarter. Um die Newcomerin Mikaela Pettersson alias Mikeyla ebenfalls in diese Riege einordnen zu können, bedarf es allerdings sehr viel Wohlwollen...

Die 19-Jährige legt Ende März ihr mehrmals verschobenes Debütalbum „Something Like That“ vor, das sich gnadenlos an den angesagten und von vorne bis hinten auf Mainstream Radio (Sound) und TV (Optik) zugeschnittenen Mädchen-Pop/Rock-Zug (Kelly Clarkson, Ashlee Simpson, Lindsay Lohan) dranhängt. So hört man Mikeylas (zugegeben) sehr kraftvolle und schöne Stimme in Verbindung mit fetten E-Gitarren, süßlichen Melodien, bombastischen Arrangements und simplen Lyrics. Für eine eigene Identität reicht das allerdings nicht aus. Dazu klingen die Songs zu sehr nach Reißbrett und bewusst auf Hit gestylt.

So verwundert es kaum, dass die erste Singleauskopplung „The lie“ (im Übrigen der ursprüngliche Titel des Albums) wie der kleine Bruder von Evanescences „Bring me to life“ klingt. Gesang, Gitarre, ja die ganze Atmosphäre des Welthits wurden hier kopiert. Aus diesem Grunde klingt der Song auch nicht schlecht – nur, braucht wirklich jemand eine Kopie? Ebenso nett und gleichwohl verzichtbar sind poppige Gute-Laune-Nummern wie „Young & stupid“, „Happy worst day“, „Not your clown“, harmlose (Halb-)Balladen der Marke „Calling“, „Not a story“ und „Wait“, sowie hymnische Stadionrocker wie „Just a girl“.

Die auf einer kleinen Insel vor der Ostküste Schwedens geborene Mikaela Pettersson wurde bereits im zarten Alter von 13 Jahren entdeckt. Seitdem hat sie an ihrer Karriere gearbeitet und fleißig getourt. Ein Studioschnellschuss wurde vermieden. Lieber hat man ihr Zeit gegeben, sich zu entwickeln. Ihr Debütalbum erscheint in 15 Ländern, was von großem Vertrauen ihrer Plattenfirma zeugt. Doch ob sie mit „Something Like That“ wirklich zum „Next Bing Thing“ á la Ana Johnsson aufsteigt, darf bezweifelt werden. Denn neben Optik und Image entscheiden immer noch die Songs über eine große Karriere. Und da gibt es definitiv Verbesserungsbedarf. Mikeylas Debüt ist wirklich nett. Aber das bedeutet halt nichts anderes als Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Cruel
  • The lie
  • Who I am
  • Young & stupid
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