Doro - Warrior Soul - Cover
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Doro Warrior Soul


  • Label: AFM/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits über 20 Jahre steht Dorothee Pesch schon auf den Bühnen dieser Welt, rockt was das Zeug hält, hat Freunde von Lemmy Kilmister (Motörhead) über Gene Simmons (Kiss) bis Blaze Bayley (war Sänger der beiden Iron-Maiden-Alben „X-Factor“ und „Virtual XI“ und ist nun Frontmann seiner eigenen Band „Blaze“) und schafft es dennoch nicht, manchen Klischees zu entwachsen. Traut sich denn niemand der 41-Jährigen zu sagen, dass keine Lederkluft vonnöten ist, um im Rockbusiness ernst genommen zu werden?

Nicht dass wir uns falsch verstehen! Hin und wieder bei Fernsehauftritten oder auf Konzerten ist nichts dabei und sieht auch schick aus, wenn die Blondine quietschfidel im Ledernen herumtollt, aber Doro übertreibt es dann doch mit ihrem nicht einmal als Markenzeichen durchgehenden Klamotten, die offensichtlich nur zur Behandlung von Stereotypen dienen und zwar die des Hardrockers. Das muss von der Dame, die so viele Höhepunkte mit ihrer Vorband Warlock, insbesondere als erste Frontfrau im Rockzirkus, erlebt hat, wirklich nicht sein.

Dazu noch diese ausgelutschten Albencover, die beinahe ausnahmslos Doro als Kämpferin, Kriegerin und selbstbewusste Emanze zeigen – ja wenn das denn nur mit der Musik übereinstimmen würde! Leider ist es nämlich so, dass auch ihr neuester Output „Warrior Soul“, wie die letzten Alben davor, von einer derart gähnenden Produktion befallen sind, dass man gar nicht sagen kann, ob die Fadheit eines Songs am ständigen Wiederholen mancher Textzeilen liegt oder am fehlenden Druck. Alleine die Bassdrum klingt mehr nach einem flauschigen Kopfpolster als nach stimmigem Rockunterbau. Live sieht das Ganze sicher anders aus, auf Platte gibt’s aber leider kein Headbanging, sondern nur Kopfschütteln.

Das Positivste ist und bleibt die Röhre des Fräulein Pesch. Denn in einigen gelungenen Momenten sitzt der Hörer wie gebannt vor dem Lautsprecher und lauscht der Darbietung von Doro. Im nächsten Moment kann es aber sein, dass durch die schlechte Abmischung der Instrumente die Euphorie wieder versiegt und sich Missmut breit macht. Tipp für das nächste Mal: Sich endlich mal die Zeit nehmen und die Platte besser in Einklang mit der Power von Frau Peschs Organ bringen. Das werden dann sicherlich nicht nur die Kritiker besser finden.

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