Ministry - Rio Grande Blood - Cover
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Ministry Rio Grande Blood


  • Label: 13th Planet/SOULFOOD
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Industrial-Metal-Band Ministry wurde 1981 von Alain Jourgensen in Chicago gegründet. Eigentlich war das Projekt auf Synthi-Pop ausgelegt. Ihr Stil hat sich allerdings Mitte der 80er Jahre einigermaßen verändert. Es gesellten sich Elemente aus dem Industrial und EBM hinzu, bis sich schließlich der typische Industrial-Metal-Sound bei Ministry entwickelte. Alain Jourgensen hat den Stil der Band stark geprägt. Nicht allein dadurch wurde er zu einem auffälligen Bandmitglied, auch seine Drogenexzesse sorgten für großes Aufsehen, da er sogar schon zwei Mal, nach dem Konsum von Heroin, für klinisch tot erklärt worden war. Auffallend ist auch sein starkes politisches Engagement gegen die republikanische Regierung in den USA. Auch in den Texten des neuen Albums „Rio Grande Blood“ wird dies wieder sehr deutlich.

Schon beim ersten Track von „Rio Grande Blood“ hört man am Anfang Georges Bushs Stimme sagen: „I've adopted sophisticated terrorist tactics. And I'm a dangerous, dangerous man with dangerous, dangerous weapons. I want to drain the coal resources in America and foreign sources of crude oil. I'm a weapon of mass destruction. And I'm a brutal dictator. And I'm evil.” Es handelt sich hier um zusammengeschnittene Samples aus Reden und Interviews von und mit George Bush. Samples und Stimmen von Politikern in die Musik einzubauen sind ja bekanntlich ein sehr charakteristisches Stilmittel von Ministry. Auch der Vater George Bush Senior blieb zu seiner Zeit vor dieser Form von Kritik nicht verschont. Die politische Thematik und das Einfügen von Stimmen wird das ganze Album lang immer wieder eingesetzt. Danach wird es von den Gitarrenriffs her in den nächsten drei Songs sehr monoton.

„Lies Lies Lies“ ist das erste Lied, das diese Eintönigkeit aus den vorangegangenen Liedern aufhebt und würde wie einst „Bad Blood“ ein idealer Song für einen Matrix-Soundtrack abgeben. Hier macht sich viel mehr Emotion breit, als nur blinde Aggression. Der nächste auffällige Song ist „Yellow Cake“, der von den Worten „and the world goes on ...“ eingeleitet wird. Hier hört man die Verwendung von Synthesizern in Verbindung mit den verzerrten Gitarrenriffs sehr stark heraus. „Ass Clown“ zeichnet sich dafür mit einem weiteren Industrial-Metal-Merkmal aus: dem kreischenden Gesang, der zusätzlich durch Effekte verzerrt wird.

„Rio Grande Blood“ ist ein sehr typisches Industrial-Metal-Album mit einer Reihe von qualitativ sehr unterschiedlichen Songs. „Lies Lies Lies“ oder „Yellow Cake“ sind sehr eindrückliche Höhepunkte, was aber auch daran liegt, dass zwischendurch immer wieder Songs auftauchen, die aus sehr unmelodischen und monotonen Gitarrenriffs bestehen. Diese Tatsache schmälert einfach das Gesamtbild des Albums. Es ist provokant und rüttelt den Hörer auf, was wiederum einer der Vorzüge von „Rio Grande Blood“ ist. Es ist sehr stark politisch und von sehr deutlichen Aussagen geprägt. George Bush hätte sicherlich keine Freude daran, sich die Lyrics dieses Albums zu Gemüte zu führen.

Anspieltipps:

  • Rio Grande Blood
  • Lies Lies Lies
  • Yellow Cake

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