Soul Asylum - The Silver Lining - Cover
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Soul Asylum The Silver Lining


  • Label: Legacy/SonyBMG
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach acht Jahren Schaffenspause veröffentlichen Soul Asylum ihr neuntes Studioalbum. Leider verstarb der langjährige Bassist Karl Mueller 2005 an Kehlkopfkrebs, so dass ihm der Longplayer gewidmet ist. Auf einigen der zwölf Songs ist er auch noch zu hören. Als Produzenten fungierten Steve Hodge und John Fields, der letztere zählt Delta Goodrem oder die Backstreet Boys zu seiner Klientel. Sänger David Pirner schrieb alle Texte und Kompositionen im Alleingang, neu am Schlagzeug wirbelt Michael Brand, Dan Murphy spielt Gitarre und John Fields ist am Bass und den Keyboards zu hören. Außerdem hat Tommy Stinson die noch fehlenden Basselemente nach dem Tod Muellers beigesteuert.

Die erste Singleauskoppelung „Stand up and be strong“ eröffnet den Musikreigen sehr ordentlich. Bis auf den pathetischen, einfach gestrickten Text gibt es kaum etwas auszusetzen. Eine rockige, sehr hitverdächtige Nummer, die ein guter Einstieg ist. Leider wird das Tempo danach nicht mehr sehr hoch gehalten und einzig Dave Pirners gute Stimme, die leicht kratzig, sehr ausdrucksstark und wandlungsfähig den meisten Songs ihren Stempel aufdrückt, ist herausragend. Doch reicht das, um die zeitweise mit durchgenudeltem Radiorock versetzten Tracks, die gefährlich den späten Bon-Jovi-Songs ähneln, aus dem Durchschnitt zu heben? Mitnichten.

„Bus named desire“ gefällt noch mit etwas härteren Klängen, das durch geschickte Breaks und gutem mehrstimmigen Gesang ein Highlight dieser CD darstellt. Der Großteil der Songs ist einfach zu eingängig und eher langweilig komponiert und den schon erwähnten sehr einfachen Texten Pirners fehlt die Klasse des Durchbruchsalbum „Grave Dancers Union“ aus dem Jahr 1992. Die erfolgreichste Schaffensperiode der amerikanischen Band, die schon seit den 80er Jahren existiert, markierte 1993 neben dem erwähnten Longplayer der einzige echte Singlehit „Runaway Train“, der weltweit erfolgreich abräumte. Von dem frühen Ruhm blieb nicht viel, denn der erkrankte Bassist Mueller musste sogar im letzten Jahr ein Benefizkonzert der Band nutzen, um seine Arztrechnungen zu bezahlen.

Ein gutes Beispiel für die Bon-Jovi-Nähe ist „Whatcha need“. Eine emotionale Rocknummer mit den üblichen Riffs und ohne Haltbarkeitsdatum erklingt und das können die Männer um David Pirner wirklich besser. Hervorzuheben ist noch der sanfte Rocksong „Oxygen“: Pirner flüstert anfangs fast ins Mikro, dazu kommen Gitarren und Drums und durch Tempowechsel und durch die sanfte, dann wieder eindringliche Stimme wird der Song recht abwechselungsreich und schleicht sich in den Gehörgang. Den Schlusspunkt setzt „Slowly rising“ und da wird dann deutlich gezeigt, warum die Band sich in ihren Anfangstagen Loud Fast Rules nannte. Ein richtiger Indierockkracher, der ungewohnt hart daherkommt, besticht durch eine einfache Melodie und viel Power dabei.

Nach vier Minuten wird auf einmal noch ein akustischer Track namens „Fearless leader“ daraus, der schon durch den emotionalen Vortrag des Leadsängers gefällt und der wohl dem verstorbenen Bassisten Mueller gewidmet ist. Das war es dann schon, die restlichen Tracks können aus den genannten Gründen keinen vom Hocker reißen, die flotteren Songs sind eindeutig das Positive an diesem Comeback. Soul Asylum haben nach so vielen Jahren immer noch Potenzial und vielleicht sollte ihnen Altmeister Tom Petty einfach ein paar Tipps geben, um eine richtige Rockplatte zu komponieren, die durchgehend überzeugt.

Anspieltipps:

  • Oxygen
  • Bus named Desire
  • Stand up and be strong
  • Slowly Rising/Fearless Leader
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