Jonesmann - S.J. - Cover
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Jonesmann S.J.


  • Label: Subword/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Fick Dich“: Wer bei diesem Songtitel an einen neuen Track aus dem Hause Aggro Berlin denkt, sollte jetzt besser aufpassen. Besagter Song kommt nämlich nicht aus der Hauptstadt, sondern aus der Bankenmetropole Frankfurt am Main. Der dazugehörige Künstler heißt Samson Jones a.k.a. Jonesmann, stammt aus dem Stadtteil Bonames und veröffentlichte dieser Tage sein Debütalbum „S.J.“.

Über das Reggae-Reibeisen D-Flame knüpfte Jonesmann bereits 1992 seine ersten Kontakte im Rap-Biz mit Leuten wie Azad oder Jeyz. Erste Live-Erfahrungen wurden daraufhin in Azad’s alter Crew Asiatic Warriors gesammelt, ehe er mit Jeyz und Chan 1994 die Formation „Chabs“ bildete. 2001 wurde dann die Solokarriere in Angriff genommen und ein Jahr später gesellte sich neben dem Rappen auch der Gesang zu Jonesmanns Vorlieben. Genau die kamen 2003 auf seinem eigenen Mixtape, sowie 2004 auf der gemeinsamen EP mit Pal One erstmals vereint zum Vorschein.

Mit seinem Label „Bozz Music“ im Rücken, ging’s noch im selben Jahr dann so richtig los. Jones wurde auf Azad’s Single „Kopf Hoch“ gefeatured, steuerte einen Track zum Bozz-Music-Sampler bei und landete mit dem eingangs erwähnten Track „Fick Dich“ ohne Single-Auskopplung einen nennenswerten Underground-Hit. Darüber hinaus verkaufte sich sein zweites Mixtape „Macht, Käse, Flows, Cash“ beachtliche 7000 Mal. Am 27. Januar dieses Jahres erschien schließlich die erste Single „Bis Der Letzte Fällt“ aus seinem am selben Tag erschienenden Debütalbum „S.J.“.

Jonesmann gelingt darauf ein Spagat zwischen jonestypischen Battlesongs wie „Kein Platz“ oder „Der Bär“ und deepen, gar melancholischen Stücken wie „Bruderliebe Part 3“ oder „Homie“. Das hin und her zwischen schnellen Punchlines gepaart mit einer ordentlichen Portion Coolness und unter die Haut gehende Texte, basierend auf persönlichen Erfahrungen, machen das Album wirklich hörenswert. Abgerundet wird das Ganze schließlich durch den Hang zu kontroversen Lyrics, clubtaugliche Partytracks und dem Gastspiel von Azad in den Songs „Wir Klärn Das Hier“ und „Der Soldat James Rhyme“. Darüber hinaus drehten neben Bozz-Produzent Sti, auch Monroe, Brisk Fingaz, P und der Hamburger PhreQuincey an den Knöpfchen am Mischpult.

Unterm Strich gelingt Jonesmann somit ein überaus qualitatives und abwechslungsreiches Rap-Album, welches dem in den letzten Monaten so arg gebeutelten Battlerap wieder zu neuem Glanz verhilft und zudem unter Beweis stellt, dass HipHop mehr ist als Gangsta-Gepose, wackelnde Ärsche und dicke Goldketten. Man darf also auch auf das R’n’B-Album gespannt sein, an dem Jones zurzeit arbeitet – vielleicht gelingt ja ihm endlich mal eine hörbare Variante in deutscher Sprache. An der Zeit wäre es allemal.

Anspieltipps:

  • Nachts
  • Homie
  • Bruderliebe Part 3
  • Long Iceland Ice Tea
  • Der Soldat James Rhyme
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