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Diverse SZ Diskothek: 2002


  • Label: Ministry Of Sound
  • Laufzeit: 79 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Inzwischen war es auch den Verantwortlichen der großen Plattenfirmen aufgefallen: Nicht nur die allgemeinen Verkaufszahlen sanken rapide, weil Musik immer mehr illegal aus dem Internet heruntergeladen wurde, es gab auch immer weniger echte Stars, die mit verlässlichen Verkaufszahlen die Basis jedes Major Labels sind.

Michael Jackson, einst der King of Pop, war schon lange am Ende. Madonna lieferte mit „Music“ und „American Life“ zwei künstlerisch und kommerziell enttäuschende Alben ab. Auf temporär erfolgreiche Retortenkünstler wie Britney Spears, Christina Aguilera oder Destiny’s Child mochte keiner setzen. Dafür erschienen Namen wie Sarah Connor, Daniel Küblböck und sogar Paris Hilton als Gegenangebot. Was passierte da eigentlich?

Der Markt spielte verrückt: Coldplay wurden die neuen Travis, dabei waren Starsailor bereits die neuen Coldplay, wobei Coldplay inzwischen die neuen U2 sind. Die Hives wurden die neuen Strokes, Avril Lavgine die neue Christina Aguilera, die wiederum die neue Madonna war. Justin Timberlake sollte der neue Michael Jackson werden. Bei soviel Etikettenschwindel wunderte es niemanden, dass die Branche mit aufgewärmten Alben von Elvis Presley und den Beatles richtig Kasse machte. Die Amerikaner standen derweil wie verrückt auf verpoppte Countrymusic von Shania Twain, Faith Hil, Toby Keith, Kenny Chesney und den Dixie Chicks. Doch so richtig Lust auf Plattenkaufen hatte in Deutschland nach dem 1. Januar eh keiner. Der Euro wurde eingeführt und entwickelte sich zum Teuro. Die Händler rechneten wie wild zu ihren Gunsten um und plötzlich kosteten Maxi-Singles nicht mehr 6,99 DM sondern 5,99 Euro und Alben schlugen mit 17,99 Euro anstatt 24,99 DM zu Buche.

In Erfurt erschoss der Gymnasiast Robert Steinhäuser 16 Menschen. In Den Haag dauert der Prozess gegen den jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic an. Medienmogul Leo Kirch ist pleite und Deutschland sucht munter den Superstar. Die Oderflut überschwemmt weite Teile Ostdeutschlands und rettet Kanzler Schröder das Amt. Amerikanische Top-Rapper etablieren derweil Klamottenmarken. Nelly (Vokal), Snoop Doog (SDC), Jay-Z (Rocawear), Busta Rhymes (Bushi) und P Diddy (Sean John) heißen die neuen Modezaren. Eminem befasst sich bis dahin noch ausschließlich mit Musik. Im Fundstück der 2002er Ausgabe der SZ-Diskothek wird er mit einem Interview des Rolling Stone Magazine vom 11. Juli 2002 bedacht.

Musikalisch decken die 20 Tracks dieser Ausgabe u.a. Songs von Common („Aquarius“), Nelly („Hot in herre“), Herbert Grönemeyer („Mensch“), Death In Vegas („Scorpio rising – Feat. Liam Gallagher“), Solomon Burke („None of us are free“), Ron Sexsmith & Chris Martin („Gold in them hills”), Motorpsycho („Serpentine”) und The Notwist („One with the freaks”) ab, was sie bis dato zu einer der besten Ausgaben macht.

Anspieltipps:

  • Nelly – Hot in herre
  • Xavier Naidoo – Brief
  • Mando Diao – Mr. Moon
  • Kettcar – Landungsbrücken raus
  • Solomon Burke – None of us are free
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