The Postal Service - Give Up - Cover
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The Postal Service Give Up


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Na, da haben sich ja Zwei gefunden. Die Rede ist von Jimmy Tamborello und Benjamin Gibbard, die bemerkten, dass sie gut miteinander harmonieren, als Benjamin mal einen Song für Jimmys Band Dntel einsang. Darauf hin beschlossen sie, ein gemeinsames Album zu entwerfen. Es entstand „Give Up“, was so erfolgreich wurde, dass beide beschlossen, weiterhin miteinander arbeiten zu wollen.

Recht düster beginnt der Einstiegssong „The district sleeps alone tonight“. Benjamins Stimme, die schon bei Death Cab For Cutie der Stimmungsträger ist, setzt ein und klingt beinahe eingeschüchtert, wird dann sicherer und dann erklingt eine Frauenstimme. Es ist die Stimme von Jenny Lewis, die The Postal Service zu dem macht, was sie sind. Mal im Hintergrund, mal als Zweitstimme mit Benjamin zusammen setzt Jenny Akzente und Zeilen wie „I am a visitor here, I am not permanent“ stechen durch ihre hohe, klare Stimme deutlich heraus. „Such great heights“ klingt wie die 80er Jahre Depeche Mode. Treibende Beats treffen direkt auf den Tanznerv des Hörers. Raffinierte Effekte sorgen für Abwechslung und treiben den Song voran.

„Last night I had the strangest dream, where everything was exactly how it seemed, where there was never any mystery of who shot John F. Kennedy" („Sleeping in”). Solche und andere Zeilen machen The Postal Service aus. Nicht nur einmal wundert man sich über die Ideenvielfalt der Band. „Nothing better“ setzt soundtechnisch dem schon vorher bezaubernden die Krone auf. Ein wenig Technosound hier, ein bisschen Elektro da, aber immer mit sehr viel Gefühl überzogen. Dazu der Battle-ähnliche Gesang zwischen Ben und Jenny, die über das Ende ihrer Beziehung reden, wobei Ben so gern mit Jenny zusammenbleiben würde, aber Jenny bleibt bis zum Ende hart. „Recycled air“ klingt nach Entspannung und bei dem „Bah bah bah bah“-Refrain lässt Death Cab For Cutie ganz deutlich grüßen. Bei „Clark Gable“ weiß man ca. 40 Sekunden nicht, was sich aus dem Lied entwickeln soll, doch dann setzt wieder einer dieser großen Depeche-Mode-ähnlichen Klänge ein und schubst den Song an. Jedoch fehlt diesem Lied ein richtiger Höhepunkt, doch vielleicht ist man auch einfach von den Vorgängern zu sehr verwöhnt worden.

„We will become silhouettes“ zeigt ein gewisses Sommergefühl, was ausgelöst wird durch die französischen Klänge und die begleitende Gitarre; der Text jedoch ist das komplette Gegenteil von sonnig („We Will Become Silhouettes when our bodies finally go“). „This place is a prison“ ist sowohl textlich, als auch musikalisch dunkler angelegt. Ganz langsam setzt hier und da noch ein Effekt ein, den man nicht erwarten konnte, dann verschwindet er wieder und lässt sich erst später im Song wieder blicken.

Jeder Song für sich ist ein kleines Meisterwerk, das mir viel Liebe fürs Detail kreiert wurde. Und immer wieder prallen scheinbar rohe Technik und große Gefühlsausbrüche aufeinander, vereinen sich und bilden das Gesamtkonzept The Postal Service. Bei „Natural anthem“ setzt erst, nach etwa vierminütiger Reise durch spacige Klänge, der Gesang ein. Der Song beendet „Give up”.

Wer Death Cab For Curtie mag, dürfte The Postal Service lieben. Nach dem Hören von „Give Up“ bleiben keine Wünsche offen. Bleibt zu hoffen, dass die Kreativität des Duos Tamborello/Gibbard weiterhin fließt und uns bald ein neues Meisterwerk beschert.

Anspieltipps:

  • The District Sleeps Alone Tonight
  • Sleeping In
  • Nothing Better
  • Clark Gable
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